Friedensnobelpreis
Kommentar: Späte Ehre für Carter

Amerika rüstet zum Krieg, und ein Ex-Präsident dieses Landes wird mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Kein Zweifel, unter all jener Politprominenz, die in diesem Jahr auf der Liste der Anwärter für diese Auszeichnung standen, hat James Earl Carter durchaus einen besonderen Stellenwert.

In seiner Amtszeit im Weißen Haus fiel immerhin der Startschuss für den Friedensprozess im Nahen Osten, der dann in einen bis heute tragfähigen Friedensvertrag zwischen Ägypten und Israel mündete. Dass damals nur Anwar El Sadat und Menachem Begin zu Friedenspreisträgern gekürt wurden, mag Jimmy Carter vielleicht gegrämt haben. Schmerzhafte Gefühle wird er aber sicher empfinden, wenn er heute die Szene in der Krisenregion betrachtet. Für späte Genugtuung bleibt da wohl wenig Raum. Dies umso weniger als ganz aktuell einer seiner Nachfolger auf dem Stuhl des US-Präsidenten sich in einer extrem martialischen Rhetorik übt, wobei die Vokabel Krieg lockerer den je über die Lippen geht. Das Preiskomitee wollte offenbar ein Zeichen setzen. Aber nicht nur Carter hegt wohl Zweifel, dass dieses im heutigen Washington auch verstanden wird.

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