Friedensplan soll umgesetzt werden
Großbritannien setzt auf Einlenken der IRA

Die britische Regierung will offenbar trotz der Rücknahme der Abrüstungszusage der IRA weitere Schritte zur Entspannung im Nordirland-Friedensprozess unternehmen. Der Sender BBC zitierte am Mittwoch aus Regierungskreisen in London, die Regierung werde gleichwohl mit der Umsetzung von Plänen beginnen, die Zahl der Soldaten in der britischen Provinz Nordirland zu reduzieren und die von den Protestanten dominierten Polizeikräfte zu reformieren.

Reuters LONDON. "Die Regierung will ihren Teil übernehmen. Sie hofft, die andere Seite wird das gleiche tun", sagte ein Regierungsvertreter dem Sender. Die katholische Untergrundorganisation IRA hatte am Dienstag überraschend mitgeteilt, sie nehme ihre erst vor einer Woche veröffentlichte Bereitschaft zurück, ihre Waffen kontrollierbar unbenutzbar zu machen.

Die IRA hatte die Entscheidung, die den Friedensprozess in Nordirland in eine neue Krise wirft, mit der harten Haltung der protestantischen Politiker in Nordirland begründet und zudem der Regierung in London vorgeworfen, sie komme ihren Verpflichtungen aus dem Karfreitagsabkommen nicht nach, das den Jahrzehnte langen Konflikt um Nordirland beenden soll. Das Abkommen war 1998 geschlossen worden. Ein zentraler Punkt für die Umsetzung der Friedenspläne ist, dass alle in Nordirland bisher aktiven Untergrundgruppen ihre Waffen abgeben. Die Ankündigung, die IRA werde ihre Waffen unbenutzbar machen, ging den probritischen Protestanten nicht weit genug. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte auch keinen Zeitpunkt für den Beginn ihrer Abrüstung genannt.

Einen weiteren Schatten auf den Friedensprozess warf unterdessen die Festnahme dreier mutmaßlicher nordirischer Extremisten in Kolumbien, bei denen es sich nach Erkenntnissen der irischen Polizei in Dublin um IRA-Mitglieder handelt. Die kolumbianischen Behörden teilten mit, vermutlich hätten die drei Festgenommenen kolumbianischen Guerrilleros Unterricht im Bombenbau gegeben. Die der IRA nahestehende Sinn-Fein-Partei erklärte, sie sehe zwischen den Festnahmen und dem Nordirland- Friedensprozess keinen Zusammenhang.

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