Friedensplan zusammen mit USA entwickeln
Zentralrat der Juden fordert Deutschland zur Nahost-Vermittlung auf

afp BERLIN. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, hat die Bundesregierung aufgefordert, sich vermittelnd in den Konflikt zwischen Israeli und Palästinensern einzuschalten. Die Bundesregierung solle an der Vermittlung eines Friedensplans zusammen mit den USA "maßgeblich" mitwirken, sagte Spiegel beim Festakt anlässlich der Verleihung des Leo-Baeck-Preises an die Verlegerin Friede Springer am Donnerstag in Berlin. Berlin solle sein Gewicht einbringen, damit die bisherigen Gesprächspartner so schnell wie möglich an den Verhandlungstisch zurückkehrten.

Schröder lehnt Vermittlerrolle ab

Die Bundesregierung lehnt eine Vermittler-Rolle im Nahost-Konflikt allerdings ab. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) war erst am Mittwoch von einer Nahost-Reise zurückgekehrt. Spiegel zeigte sich tief besorgt über die Lage im Nahost-Konflikt. Gleichwohl äußerte er die Hoffnung, dass es bald zu einem tragfähigen und für beide Seiten akzeptablen Frieden kommen und weiteres Blutvergießen verhindert werde. "Ich bin der Ansicht, dass es für einen gemeinsamen Frieden nicht zu spät ist." Nichts aber könne die terroristischen Anschläge und die Haltung jener rechtfertigen, die dem Terror mit Nachsicht begegneten.

Die Verhandlungen seien von Palästinenserführer Jassir Arafat abgebrochen worden, obwohl die Kompromissbereitschaft der israelischen Regierung so weitgehend und entgegenkommend war wie niemals zuvor, betonte Spiegel. Er sei aber auch "kein Träumer". Wenn die internationale Vermittlung scheitere und sich die Gegenseite für einen Krieg entscheide, "dann muss Israel vorbereitet sein. Unsere jüdischen Schwestern und Brüder in Israel können sich darauf verlassen, dass wir - die Juden in Deutschland wie überall auf der Welt - solidarisch und loyal zu ihnen stehen.

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