Friedensprozess in der Krise
Erneut nächtliche Ausschreitungen in Belfast

In Belfast ist es in der Nacht zum Dienstag erneut zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten warfen nach Polizeiberichten Brand- und Sprengsätze auf ein von Katholiken bewohntes Viertel im Osten der Stadt. "Die Polizei hat die Lage unter Kontrolle. Niemand ist (in das Viertel) eingedrungen und es gab keine Verletzten", sagte ein Sprecher.

Reuters BELFAST. Zuvor waren mehrere Beamte bei Straßenschlachten zwischen pro-britischen und pro-irischen Demonstranten im Norden der Stadt verletzt worden. Der Polizei zufolge erreichten die jüngsten Auseinandersetzungen jedoch nicht das Ausmaß der Krawalle der vergangenen Woche.

Bei Ausschreitungen am Montagabend im Norden Belfasts war die Polizei mit Brandsätzen, Steinen, Säurebomben und anderen Wurfgeschossen angegriffen worden. Um die Ordnung wieder herzustellen, seien britische Truppen zu Hilfe gerufen worden. Bei den Ausschreitungen von einer Woche waren nach Angaben der Polizei mehr als 100 Beamte bei Straßenschlachten mit pro-irischen Jugendlichen verletzt worden.

Die Bemühungen der Regierungen in London und Dublin um eine Wiederbelebung des Friedensprozesses für Nordirland befinden sich seit längerem in einer Krise. Offen ist unter anderem, wie die Entwaffnung der Untergrund-Organisationen voran gebracht werden soll. Der britische Premierminister Tony Blair und Irlands Ministerpräsident Bertie Ahern hatten nach offenbar ergebnislosen Verhandlungen mit Vertretern der pro-britischen und pro-irischen Parteien Nordirlands erklärt, ungeachtet der jetzigen Schwierigkeiten sei das Karfreitagsabkommen von 1998 weiterhin intakt. Das Abkommen soll der Provinz nach Jahrzehnte langem Konflikt Frieden bringen soll.

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