"Friedlich, wenn möglich, freiwillig, wenn möglich, mit Gewalt, wenn nötig"
USA halten Krieg gegen Irak für vermeidbar

Der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz hält einen Krieg gegen Irak für vermeidbar. Er warnte am Dienstag den irakischen Präsidenten Saddam Hussein aber zugleich, er müsse weiter gehen als jemals zuvor, wolle er einen Konflikt vermeiden.

Reuters LONDON. Ziel der USA sei es, Irak Massenvernichtungswaffen abzunehmen, sagte Wolfowitz dem britischen Rundfunksender BBC. "Friedlich, wenn möglich, freiwillig, wenn möglich, mit Gewalt, wenn nötig." Wolfowitz, der als Befürworter eines harten Kurses gegen Irak bekannt ist, äußerte sich einen Tag, nachdem US-Präsident George W. Bush erneut gedroht hatte, die Regierung in Bagdad müsse die Forderungen der Vereinten Nationen (UNO) erfüllen.

"Ich glaube, dass man nicht sagen kann, eine Gewaltanwendung ist unvermeidlich, solange wir nicht alle friedlichen Mittel ausgeschöpft haben", sagte Wolfowitz. Doch trotz seines gemäßigten Tons drohte Wolfowitz Saddam mit Sturz, sollte er die Forderungen der UNO nicht erfüllen. "Unsere einzige Hoffnung, das Problem friedlich zu lösen, ist es, Saddam zu überzeugen, dass ... es das Ende seines Regimes bedeutet, wenn er nicht kooperiert wie niemals zuvor."

Bush hatte am Montag Zweifel an der Bereitschaft Iraks zur Zusammenarbeit mit den Waffeninspektoren geäußert. Jede Verzögerung oder Ablenkungsversuche von Seiten Iraks beweise, dass Saddam den Weg des Friedens ablehne, hatte Bush gesagt. Die USA beobachteten genau, ob er sein Verhalten geändert habe und freiwillig kooperieren wolle. "Bislang sind die Anzeichen nicht ermutigend."

Am Dienstag kontrollierten UNO-Inspektoren erstmals einen Präsidentenpalast in Bagdad und stellten die Kooperationsbereitschaft Iraks auf die bislang härteste Probe. Bei früheren Kontrollen nach dem Ende des Golf-Krieges 1991 war den Inspektoren der Zutritt zu den Präsidentenpalästen verwehrt worden. Die Inspektionen waren in der vergangenen Woche nach vierjähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden.

Irak muss bis Sonntag eine genaue Aufstellung über sein Waffen- und Raketenprogramm vorlegen. Die USA werfen Irak vor, in den Besitz von Massenvernichtungswaffen gelangen zu wollen, und haben erklärt, das Land notfalls mit Gewalt entwaffnen zu wollen. Iraks Regierung weist die Vorwürfe zurück. Die UNO-Inspektoren sollen nun feststellen, ob Irak über atomare, biologische und chemische Waffen verfügt oder nicht.

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