Friedrich kritisiert Feldkamp
Rückkehrer Sforza macht Politik

Kaum auf den betzenberg zurückgekehrt, mischte sich Ciriaco Sforza gleich in die Vereinspolitik des kriselnden 1. FC Kaiserslautern ein. Vor zwei Jahren war der 32- jährige Schweizer Nationalspieler nach quälenden Auseinandersetzungen mit dem damaligen Trainer Otto Rehhagel nach München gewechselt. Am Montag bei der Präsentation des "verlorenen Sohns", der nach seiner Vertragsauflösung bei den Bayern ablösefrei zum dritten Mal in die Pfalz wechselte, schwang Sforza schon wieder das große Wort.

HB KAISERSLAUTERN. "Ich habe kein Verständnis für eine so genannte Opposition, die noch nie etwas für den Verein geschaffen hat", kritisierte er die Gegner von Aufsichtsratschef Robert Wieschemann, der Vorstandsmitglieder Jürgen Friedrich und Gerhard Herzog sowie von Teamchef Andreas Brehme. "Ich rege mich darüber auf, was hier in den letzten Wochen passiert ist", ereiferte sich Sforza, "wir alle wollen positive Ziele erreichen". Wenn man die zahlreichen optimalen Verbesserungen seit seinem Abschied von vor zwei Jahren sehe, müsse man "vor den Vereinsoberen den Hut ziehen".

Von denen hatte er vor seiner Vertragsunterzeichnung ein Treuebekenntnis zum umstrittenen Teamchef gefordert. "Ich habe Lauterns Verantwortlichen klipp und klar gesagt, dass sie voll hinter Andy Brehme stehen müssen, sonst komme ich erst gar nicht", sagte Sforza der "Bild"-Zeitung.

Sforza will ab sofort Verantwortung übernehmen - auf dem Spielfeld und außerhalb. "Ich glaube, dass meine Integration problemlos von Statten gehen wird", meinte der Schweizer, den Friedrich als "belebendes und stabilisierendes Element" sieht und dessen Spielintelligenz in den höchsten Tönen lobt. Seine Rolle innerhalb der Mannschaft sieht der Profi im zentralen, defensiven Mittelfeld, seinen Trainingszustand bezeichnete er als "recht gut".

Sforzas Rückkehr findet allerdings nicht nur Zustimmung. Der ehemalige Kaiserslauterner Nationalspieler Hans-Peter Briegel wertet die "Rückholaktion" des Mittelfeldspielers, der bei seinem letzten Engagement "ein halbes Jahr provozierte und Krach machte, damit er endlich die Freigabe erhielt", als nicht nachvollziehbar. "Ich bin gespannt, wie er sich präsentieren wird nach zwei für ihn erfolglosen Jahren beim FC Bayern", schrieb Briegel in einer Kolumne des Fachmagazins "Kicker".

Der turbulente Ausstieg vor zwei Jahren hat offenbar weder bei Friedrich, bei den übrigen Vereinsoberen, noch bei Sforza selbst Spuren hinterlassen. "Ich habe mich mit Vorstandschef Friedrich und telefonisch auch mit meinem damaligen Trainer Otto Rehhagel ausgesprochen. Da ist nichts mehr", sagte Sforza.

Friedrich übte derweil harsche Kritik am ehemaligen FCK-Cheftrainer Karlheinz Feldkamp, der sich aus seinem Ruhestand in Spanien mit negativen Kommentaren gemeldet hatte: "Feldkamp hat sich seit vier Jahren um nichts mehr hier in Kaiserslautern gekümmert und kommt jetzt mit oberlehrerhaften Ferndiagnosen zum Zustand des Vereins daher. Das ist unfair und unqualifiziert." Feldkamp zählt neben dem für die Position als Sportlicher Leiter vorgesehenen Ex-Stürmer Olaf Marschall zur Oppositionsgruppe, die die bisherige Führung inklusive Brehme stürzen will.

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