"Friends-and-Family-Programm"
Bank bevorzugte Worldcom-Manager mit IPO-Titeln

Die Salomon Smith Barney Inc (SSB), New York, hat eingeräumt, die Manager ihres Kunden WorldCom Inc, Clinton, während des Aktienbooms der neunziger Jahre mit lukrativen Titeln von Neuemissionen versorgt zu haben.

vwd NEW YORK. Wie das "Wall Street Journal" am Dienstag berichtet, habe die Bank dies in einem Schreiben gegenüber dem "Financial Services Committee" zugegeben, dem Gremium, das mit der Untersuchung des WorldCom-Skandals beschäftigt ist. Betroffen sei in erster Linie die Salomon aus der Zeit vor der Fusion mit Smith Barney 1997. Die SSB habe zugleich das Verfahren als rechtmäßig bezeichnet, schreibt die Zeitung.

Die Aktien-Zuteilungen seien aber nach Ansicht von Beobachtern so umfangreich, dass dadurch Fragen aufgeworfen würden. In einem Fall habe die SSB einem Worldcom-Manager 35 000 Titel einer Neuemission zugeteilt. Dies werde als eine ungewöhnliche Zahl für einen Einzelnen angesehen. Dokumente wiesen aus, dass Salomon 200 000 oder mehr Aktien an Repräsentanten von Worldcom zukommen ließ.

John Coffee, Rechtsprofessor an der Columbia University, hegt dem Bericht zufolge den Verdacht, dass die Transaktion erfolgt ist, um nach Art eines "Friends-and-Family-Programms" das Investmentgeschäft zu beleben. Salomon war für WorldCom beratend tätig. Die Zuteilung sei nicht illegal, so Coffee, aber wohl zu Konditionen im Interesse des Anlegers und nicht des IPO-Unternehmens an den Mann gebracht worden.

Die SSB hat bislang keine Auskunft darüber erteilt, wer zu welchem Preis welche Aktien erhalten hat. Dies tangiere die Privatsphäre, sagt das Unternehmen. Doch habe ein SSB-Sprecher in einem Interview eingeräumt, einige Titel seien unter dem Marktpreis an Worldcom-Repräsentanten veräußert worden, schreibt das "Wall Street Journal".

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%