Friesnger muss wieder vorlegen: Drei Deutsche auf Jagd nach Gold

Friesnger muss wieder vorlegen
Drei Deutsche auf Jagd nach Gold

Top oder Flop: Nach dem Frust über die verpasste 3 000-m-Medaille steht Anni Friesinger am Scheideweg. Auf der 1 000-m-Distanz will es der Kufenstar in der Nacht zum Montag (1.15 Uhr MEZ) sich selbst und der Welt beweisen und unbedingt Edelmetall erkämpfen.

HB/dpa SALT LAKE CITY. Doch mit Monique Garbrecht- Enfeldt und Sabine Völker stehen ihr vor allem auch zwei deutsche Asse im Weg. "Ich denke, dass Anni ganz cool sein wird", erklärt Völker, die ganz stark mit der Rivalin rechnet.

Damit geht die Erfurterin nicht mit ihrer Vereinsgefährtin Gunda Niemann-Stirnemann konform, die Anni Friesinger nach deren Auftakt- Pleite in Salt Lake City kein Gold mehr zutraut. Aber die Seriensiegerin der Saison lässt sich durch ihre großes Vorbild nicht entmutigen. "Ich fühle mich dadurch nicht verunsichert. Ich akzeptiere diese Einschätzung, weil Gunda so viel Erfolg und Erfahrung hat. Aber ich muss mit der Holzmedaille leben. Meine Form ist okay", macht sich die Inzellerin mit Blick auf die ausstehenden drei Rennen selber Mut. Die Rekordweltmeisterin aus Erfurt hatte sich bei ihren Äußerungen an ihr Sturzpech 1994 in Hamar erinnert und erklärt: "Nach so einer bitteren Niederlage fehlt einfach die körperliche Lockerheit."

Friesinger muss dabei auch in ihrem zweiten Olympia-Rennen vorlegen. Die Inzellerin trifft im 16. und drittletzten Paar auf die starke Amerikanerin Jennifer Rodriguez. Unmittelbar danach trifft die Olympia-Dritte über 500 m, Sabine Völker (Erfurt) auf die Japanerin Aki Tonoike. Den Schlusspunkt setzt Weltmeisterin Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) im Duell gegen die Russin Swetlana Schurowa.

Völlig ungezwungen geht die Überraschungs-Zweite über 500 m, Monique Garbrecht-Enfeldt, in den deutschen Dreikampf. "Ich renne los und will so schnell wie möglich über die Ziellinie. Einen Platz nehme ich mir nicht vor", sagt die 33-jährige Berlinerin. Dennoch geht sie als Weltmeisterin ebenso wie die Weltrekordlerin aus Erfurt mit dem Rucksack der Favoritin ins Rennen. "Bei dieser Leistungsdichte musst du froh sein, wenn du eine Medaille holst. Von Gold wollen wir da nicht reden", meinte Völker-Trainer Stephan Gneupel.

Sein Schützling wird da deutlicher: "Mit einer Medaille wäre ich zufrieden, mit Gold überglücklich." Der deutsche 500-m-Rekord von Garbrecht und die Bestzeit von Völker, die schließlich zu Bronze führte, lassen auf eine erstklassige "Punkt-Vorbereitung" beider deutscher Sprint-Asse auch für die doppelte Distanz schließen. Ohne den Druck der Favoritin kommen hingegen Anni Friesinger die 1 000 m in Vorbereitung auf ihre 1 500-m-Schokoladenstrecke gerade recht. "Ein gutes Ergebnis kann ihr wieder Auftrieb geben", erklärte ihr Coach Markus Eicher, der aber nach dem vierten Platz seine Einschätzung im Olympia-Vorfeld abschwächte, als er sagte: "Wenn es auf den 3 000 m nicht mit einer Medaille klappt, droht ein Fiasko". Jetzt schwenkt er um: "Ich meinte damit nur, dass es nun ganz schwer für Anni wird. Unser Ziel sind jetzt vier Bestleistungen in Salt Lake." Von Medaillen ist nicht mehr die Rede.

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