Frisches Geld im Neuen Jahr
Viele Sparkassen öffnen für den Euro an Neujahr

Für Euro-Fans könnte sich ein Neujahrsspaziergang zur nächsten Sparkassenfiliale lohnen. Jeder vierte Bundesbürger möchte sich jüngsten Umfragen zufolge am ersten Eurotag das neue Bargeld abholen. Die Kreditwirtschaft stellt sich darauf mit Sonder-Öffnungszeiten für den Feiertag ein. Zwar richtet sich das Serviceangebot der Banken in erster Linie an Gewerbetreibende, doch auch für Privatkunden wollen zahlreiche Geldinstitute am 1. Januar ihre Schalter öffnen.

Reuters FRANKFURT. Vor allem die Sparkassen bedienen die Kunden je nach Konkurrenzsituation mit Frischgeld, während die Kassierer bei Großbanken wie HypoVereinsbank und Commerzbank am Feiertag in der Regel zu Hause bleiben dürfen.

Viele Sparkassen planten an Neujahr auch für die Privatkunden zu öffnen, um lange Schlangen an den Geldautomaten zu vermeiden, sagt Reinhold Rickes, Euro-Experte vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Nach der jüngsten Umfrage des Verbandes wollen 28 % der Deutschen Euro-Bargeld gleich am ersten Tag von der Bank holen. Das seien fast so viele Kunden wie normalerweise im ganzen Monat Geld am Schalter abheben oder am Automaten ziehen würden. "Deshalb kann man gar nicht vermeiden, dass Geschäftsstellen öffnen", sagt Rickes. Mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di habe man sich darauf geeinigt, für dieses außergewöhnliche Ereignis Arbeitnehmer am Feiertag zu beschäftigen.

Einheitliche Öffnungszeiten gibt es bei den Sparkassen allerdings am ersten Januar nicht: In Köln arbeiten 135 Kreis- und 99 Stadtsparkassen ab elf Uhr bis nachmittags - und das auch nur für den Bargeldtausch von Privat- und Firmenkunden. Bei der Haspa in Hamburg bleiben dagegen die Schalter dicht. Die Geschäftsstellen der Frankfurter Sparkasse 1822 beraten noch über den ersten Januar. Fest steht bereits: In der ersten Januarwoche einschließlich samstags verlängert die 1822 die Öffnungszeiten. Bei den Genossenschaftsbanken stellt man sich auf den Bedarf kleiner Gewerbetreibender ein. "Es wird für Firmenkunden gearbeitet, um deren Bargeldversorgung sicherzustellen", sagt Regine Kreitz vom Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken.

Auch die Postbank will bundesweit am ersten Januar 600 Filialen, eine pro Landkreis, von zehn bis 14 Uhr öffnen, allerdings vornehmlich für Firmenkunden. Kleine Firmenkunden hätten mit höheren Bargeldbeträgen am Wochenende vor dem Jahreswechsel ein Sicherheitsproblem und sollten sich deshalb direkt im neuen Jahr mit dem neuen Bargeld eindecken können, sagt Postbanksprecher Hartmut Schlegel. Zwar will die Postbank auch private Kunden an dem Tag nicht abweisen, aber sie veröffentlicht die zusätzlichen Öffnungszeiten nicht, um den Andrang in Grenzen zu halten.

Die Informationskampagnen für Firmenkunden neigen sich ihrem Ende zu, der Euro wirbt inzwischen für sich selbst. Was für die Kreditwirtschaft jetzt noch zählt, ist die reibungslose Abwicklung der Bargeld-Ausgabe. Die Sorge vor langen Schlangen am Bankschalter ist noch nicht verflogen. Die DSGV-Umfrage hatte ergeben, dass zwei von drei Deutschen entgegen aller Ratschläge D-Mark-Bargeld in Euro umtauschen wollen, statt es rechtzeitig im alten Jahr auf Konten einzuzahlen oder zu Jahresbeginn beim Einkaufen auszugeben.

Die so genannten Euro-Starterkits mit einer Grundausstattung von 20 Euro- und Cent-Münzen im Wert von 20 Mark, die die Bundesbürger ab dem 17. Dezember erwerben können, sollen die erste Neugier auf das neue Geld befriedigen. Damit es dabei nicht zu Hamsterkäufen kommt, wollen viele Banken die Ausgabe rationieren und pro Person maximal ein bis drei Stück abgeben. Liberaler geht es bei den Postbanken zu: Hier dürfen auch Nicht-Postbankkunden die Münzsets in unbeschränkter Anzahl erwerben - so lange der Vorrat reicht. Notfalls können die Euro-Münzen dann auch noch in Rollen abgegeben werden, beruhigt der DSGV.

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