Frist verlängert
Schlichtung für Baugewerbe vertagt

Im Tarifkonflikt des deutschen Baugewerbes ist weiterhin keine Einigung in Sicht. Die Schlichtungsverhandlungen unter Vorsitz des CDU-Politikers Heiner Geißler wurden am Dienstag nach dem Auftakt in Berlin erwartungsgemäß vertagt.

dpa BERLIN. Die zweite Runde soll am Dienstag kommender Woche in München stattfinden. Zugleich verständigten sich die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und die Arbeitgeber darauf, die Frist für die Schlichtung um einen Tag zu verlängern. Letzter Termin für eine friedliche Einigung ist nun der 29. Mai um 24.00 Uhr.

Die Tarifverhandlungen für die bundesweit 950 000 Beschäftigten des Baugewerbes waren Anfang Mai gescheitert, nachdem die Arbeitgeber in fünf Verhandlungsrunden kein Angebot vorgelegt hatten. Die IG BAU fordert 4,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt.

Zum Auftakt der Schlichtungsrunde ging es zunächst darum, die Positionen beider Seiten zu klären. Geißler verzichtete nach Angaben aus Teilnehmerkreisen darauf, besonders strittige Themen wie die Neueinteilung von Lohngruppen oder die Einkommensforderungen anzusprechen. Der frühere CDU-Generalsekretär verfügt bereits über Erfahrung als Schlichter im Baugewerbe. Im ostdeutschen Tarifkonflikt hatte er vor zwei Jahren erfolgreich vermittelt.

Trotz des seit Wochen dauernden Konflikts gab es auf den deutschen Baustellen bislang keine größeren Protestaktionen. Dies liegt daran, dass im Unterschied zu anderen Branchen am Bau keine Warnstreiks erlaubt sind, solange noch Gespräche laufen. Die IG BAU hat für die kommenden Tage aber Protestaktionen in Betrieben angekündigt, die nicht tarifgebunden sind.

Mit Verweis auf die seit Jahren andauernde Krise der Baubranche hatten die Arbeitgeber in den bisherigen Gesprächen alle Einkommenserhöhungen abgelehnt. Sie fordern zuvor Änderungen bei zahlreichen Bestimmungen des Rahmentarifvertrags. Wegen fehlender Aufträge gingen im Baugewerbe seit Mitte der 90er Jahre mehrere zehntausend Arbeitsplätze verloren. Im vergangenen Jahr sank die Beschäftigtenzahl erstmals unter die Millionengrenze. Zugleich boomt auf den deutschen Baustellen die Schwarzarbeit.

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