Frist verstrichen
Matthäus bleibt vorerst bei Rapid Wien

Lothar Matthäus bleibt vorerst Teamchef des österreichischen Fußball-Rekordmeisters Rapid Wien. Am Mittwoch verstrich der Stichtag ungenutzt, zu dem das Präsidium den Vertrag mit dem ehemaligen Weltfußballer hätte lösen können.

dpa WIEN. Zuvor hatten die Wiener mit einem mühevollen 3:2 (1:2) über Absteiger Admira Wacker Mödling den neunten Saisonsieg in 34 Spielen erzielt. Der Vereinsvorstand sei gespalten, ob die kommende Saison mit Matthäus zu planen sei, oder ein neuer Trainer die blamable Leistung dieses Jahres vergessen machen soll, hieß es in den Medien am Donnerstag. Der Traditionsverein aus Wien wird zum Saisonschluss voraussichtlich mit Platz acht unter zehn Teams das schlechteste Ergebnis der Club-Geschichte erreichen. Vier Runden stehen noch aus.

Matthäus sagte, er wolle in Wien bleiben. "Mein Herz schlägt grün- weiß", betonte der deutsche Rekord-Nationalspieler. "Spieler und Fans haben gezeigt, dass sie mich behalten wollen." Die Rapid-Anhänger hatten während des Spiels immer wieder mit "Lothar"-Sprechchören ihre Sympathien für den Deutschen bekundet und zur Halbzeitpause ein Transparent mit der Aufschrift "Lothar soll bleiben" entrollt. Gegenüber der Münchner Tageszeitung "tz" (Donnerstag-Ausgabe) bezeichnete Matthäus es als seine derzeit wichtigste berufliche Aufgabe, "Rapid Wien wieder aus dem Tal der Tränen herauszuholen". Der Welt- und Europameister sieht sich durchaus dazu befähigt, eine große Trainerfigur zu werden, da "ich den selben Ehrgeiz habe wie als Spieler und am Ende Ehrgeiz und Fachwissen belohnt werden".

Kein Verständnis zeigte Matthäus für seinen ehemaligen FC-Bayern - Kollegen Mehmet Scholl, der in der vergangenen Woche seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea aus gesundheitlichen Gründen abgesagt hatte. Er könne Scholls WM-Verzicht nicht nachvollziehen, "weil das seine erste WM gewesen wäre, und er das Potenzial gehabt hätte, dem Team als Schlüsselspieler zu helfen". Auch seinen ehemaligen Verein kritisierte Matthäus. Der FC Bayern München werde in dieser Saison wohl deshalb nicht Meister, weil er zu lange an Stefan Effenberg festgehalten habe.

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