Fristenlösung favorisiert
Schweizer lehnen Abtreibungsverbot deutlich ab

Die Schweizer haben am Sonntag ein völliges Abtreibungsverbot mit großer Mehrheit abgelehnt und sich stattdessen für eine Fristenlösung ausgesprochen.

dpa BERLIN. Sowohl die Mehrzahl der Kantone als auch die große Mehrheit der Wähler stimmten gegen ein fast totales Verbot, das eine Volksinitiative "für Mutter und Kind" gefordert hatte.

Wie vom Wahlzentrum in Bern mitgeteilt wurde, sprachen sich hingegen 70 Prozent der Wähler für eine Fristenlösung aus, die eine Abtreibung in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen erlaubt, wenn die Frau eine Notlage geltend machen kann. Dies sieht auch ein Regierungsvorschlag vor.

Bislang gehörten die Bestimmungen zum Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz zu den restriktivsten in Europa. Das Gesetz stammt aus dem Jahre 1942. Es wurde seither nicht verändert, aber sehr liberal gehandhabt. Obschon jährlich etwa 12 000 Schwangerschaftsabbrüche registriert werden, gab es seit 1988 keine Verurteilungen mehr.

Übergreifend zeigten sich Parteien und Frauenverbände glücklich über das Ergebnis. Die mit rund 80 Prozent geschlagene Initiative "für Mutter und Kind" hätte die Abtreibung fast grundsätzlich zu einem kriminellen Delikt gemacht, außer wenn das Leben der Mutter in Gefahr gewesen wäre.

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