Fristverlängerung für Kredit-Rückzahlung
EM.TV einigt sich mit Banken

Der TV-Rechtehändler EM.TV hat sich mit seinen Gläubigerbanken auf eine weitere Fristverlängerung für die Rückzahlung eines Kredites geeinigt.

Reuters FRANKFURT. EM.TV werde der Vereinbarung zufolge die Hälfte einer letzten fälligen Kreditrate von 25 Mill. ? sofort ablösen und für die restlichen 12,5 Mill. ? einen weiteren Monat Aufschub erhalten, teilte die Münchener EM.TV & Merchandising AG am Diestagabend mit und bestätigte damit einen Reuters-Bericht. Die Frist werde sich um weitere zwei Monate verlängern, wenn EM.TV bis Ende Mai eine Vereinbarung zum Verkauf der US-Tochter Jim Henson erzielt habe. "EM.TV befindet sich im Endstadium der Verkaufsverhandlungen bezüglich der Jim Henson Company", hieß es in der Mitteilung.

EM.TV hat mit der schrittweisen Zurückzahlung der letzten Rate für einen Kredit der Tochter Junior TV schon mehrfach bei den Banken eine Fristverlängerung herausgeschlagen und damit einen Liquiditätsengpass vermieden. Der Kredit sollte eigentlich mit dem Erlös für den Verkauf des "Muppetshow"-Produzenten Henson abgelöst werden, doch die Verhandlungen verzögern sich seit Monaten. Zuletzt hatte EM.TV-Chef Werner Klatten einen Abschluss der Verhandlungen bis Ende April angekündigt. Doch ob eine Einigung bis Mittwoch erfolgt, ist unklar. "Die Frist ist noch nicht abgelaufen", sagte ein EM.TV-Sprecher lediglich.

Allerdings hat EM.TV in den vergangenen Wochen eine Reihe von Mittelzuflüssen verbucht, mit denen das Unternehmen vor allem die Expansion ins Sportfernsehen finanzieren will. So erhielt EM.TV 8,5 Mill. Dollar von den Banken BayernLB, JP Morgan und Lehman Brothers in einem außergerichtlichen Vergleich um eine Beteiligung an der Formel 1. Weitere 7,5 Mill. ? plus einem Darlehen in einstelliger Millionenhöhe fließen EM.TV aus dem Verkauf seines Anteils an dem Filmproduzenten Constantin an die Schweizer Highlight AG zu.

Von der insolventen Kirch-Media will EM.TV im Konsortium mit Karstadt-Quelle und dem Schweizer Investor Dieter Cleven den TV-Sportsender DSF und das Internetportal Sport1 übernehmen. Dazu vereinbarte die Münchener Firma am Dienstag mit Kirch-Media die vollständige Übernahme des Sport-TV-Produzenten Plazamedia für einen ungenannten Preis. Plazamedia produziert unter anderem die Berichterstattung über die Fußball-Bundesliga für die Sender Premiere und Sat.1. Die Gesellschaft beschäftigt den Angaben zufolge mehr als 200 Mitarbeiter und strebt in diesem Jahr einen Umsatz von rund 70 Mill. ? an. Beide Transaktionen müssen noch vom Gläubigerausschuss der Zwischenholding Taurus TV und dem Bundeskartellamt genehmigt werden.

Unterdessen teilte die Deutsche Fußball Liga (DFL) mit, eine Option für den Einstieg beim DSF mit 25,1 % nicht ausüben zu wollen. Ein solches finanzielles Risiko durch eine Beteiligung am DSF sei den Vereinen nicht zumutbar gewesen.

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