Fronten sind verhärtet: Keine Einigung zwischen Piloten und DBA

Fronten sind verhärtet
Keine Einigung zwischen Piloten und DBA

Im Tarifstreit bei der Billigfluggesellschaft Deutsche BA (DBA) haben Geschäftsführung und Piloten am Dienstag vergeblich nach Auswegen aus der existenzbedrohenden Krise gesucht. Mehrere Stunden verhandelten die Parteien - die Fluggesellschaft und die Pilotenvereinigung Cockpit - in München über einen neuen Tarifvertrag für die rund 200 Piloten. Er ist eine der Voraussetzungen für eine Übernahme der Deutschen BA durch die britische Billigfluggesellschaft Easyjet.

dpa/HB/rtr MÜNCHEN. Mit dem Scheitern der Tarifverhandlungen ist erneut die Gefahr gewachsen, dass die angeschlagene DBA ihren Betrieb einstellen muss. Die Muttergesellschaft der DBA, British Airways, will nach anderen Käufern für ihre defizitäre Tochter suchen, wenn Easyjet nun die bis Ende August geltende Option zum Kauf der DBA nicht ausübt. Easyjet-Chef Ray Webster hatte erklärt, er wolle die Option wenn möglich schon im März ausüben. British-Airways-Chef Rod Eddington hatte kürzlich angedeutet, dass es noch andere Interessenten gebe. Aus Branchenkreisen heißt es aber, Easyjet sehe die geplante Übernahme noch nicht als gescheitert an.

Die Briten fordern von den DBA-Piloten die Übernahme der bei Easyjet üblichen flexibleren und längeren Arbeitszeiten. Bislang fliegen die DBA-Piloten 600 Stunden jährlich, künftig sollen sie 700 Stunden in der Luft sein. Gesetzlich erlaubt sind bis zu 900 Stunden. Die Pilotengewerkschaft Cockpit fürchtet hingegen massive Entlassungen nach der Übernahme und verlangt von Easyjet im Gegenzug Bestandsgarantien für die Flugzeugführer.

Cockpit teilte Dienstagabend mit, hinsichtlich der geplanten Übernahme habe ihre Tarifkommission im Laufe des Tages zwar eine Antwort der Easyjet-Geschäftsleitung erhalten. Diese Antwort lehne die Gewerkschaft jedoch als unzureichend ab. Für den Fall einer "sich ändernden Willensbildung der Easyjet" stehe Cockpit vorbehaltlos zu weiteren Verhandlungen bereit.

Die Fronten sind verhärtet. In der Stellungnahme von Easyjet zu den Pilotenforderungen heißt es: "Im Hinblick auf die Flexibilität im Markt kann Easyjet es nicht zulassen, dass durch die Gewerkschaft die Entwicklung des Streckennetzes eingeschränkt wird, indem Easyjet eine bestimmte Anzahl Mitarbeiter pro Base auferlegt wird." Mit anderen Worten: Eine Sonderlösung für die DBA-Piloten wird es in einem gemeinsamen Unternehmen nicht geben. Deshalb verlangt Easyjet nach wie vor die Aufgabe aller bestehenden DBA-Tarifverträge.

Am vergangenen Donnerstag waren die Verhandlungen schon einmal vorläufig gescheitert. DBA-Chef Martin Wyatt hatte Cockpit "unprofessionelles Verhalten" vorgeworfen, weil die Gewerkschaft der Firma ein Ultimatum von wenigen Stunden für ihre Entscheidung gestellt hatte. Dies sei bei einem börsennotierten Unternehmen nicht so schnell möglich.

Easyjet hatte sich im vergangenen Jahr eine Option für eine Übernahme der DBA gesichert. Selbst bei einer Einigung mit den Piloten ist aber noch nicht klar, ob es zu einer Übernahme kommt. Easyjet will die Option nur ziehen, wenn das Geschäftsmodell eines Billigfliegers bei der DBA funktioniert.

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