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Frühe Rally: Wall Street geht optimistisch in die Woche

Die US-Märkte eröffnen die Woche fast euphorisch. Der Dow-Jones-Index klettert in den ersten Handelsminuten bereits über 140 Punkte oder 1,5 % ins Plus. Der technologieorientierte Nasdaq-Index gewinnt 44 Punkte oder fast 2,3 %.

wsc NEW YORK. Offensichtlich verspricht sich der Markt einiges von der Sitzung der Notenbank am morgigen Dienstag. Zwar gehen viele Analysten davon aus, dass das Gremium um Alan Greenspan die Zinsen erneut um 50 Basispunkte auf 2 % senken wird, zumal die Arbeitsmarktdaten am Freitag schlechter ausgefallen waren als erwartet. Doch gibt es am Morgen auch warnende Kommentare. Einige Marktbeobachter fürchten, die Währungshüter könnten die Wirtschaftshilfe aus Washington für ausreichend marktstützend halten und die Zinsen entsprechend doch nur um 25 Basispunkte senken. Die Zinssenkung wäre die zehnte in diesem Jahr.

Zu den meist gehandelten Aktien gehört am Montagmorgen das Papier von Cisco . Das Unternehmen wird am Abend Quartalszahlen melden und an der Wall Street herrscht die Meinung, Cisco werde eine Erholung der Verkäufe bekannt geben. Cisco klettert um 3,5 %. Andere Netzwerk-Werte wie Ciena und Juniper legen gar um 7 beziehungsweise 8 % zu, der Sektor steigt um mehr als 4 %.

Auch die Titel der Chip-, Computer- und Internetbranche notieren vor Handelsbeginn im grünen Bereich. Die Ergebnisse von Cisco gelten an der Wall Street als Indikator für den gesamten Sektor.

Zu den Gewinnern zählt am frühen Morgen auch das Papier von Microsoft , obwohl schlechte Nachrichten zu vermelden sind. Nachdem sich der Software-Riese in der vergangenen Woche mit dem Justizministerium geeinigt hatte, wie das Kartellrechtsverfahren beigelegt werden könne, sehen Wettbewerbshüter nun "mindestens ein Dutzend Gründe", warum sie das Abkommen zwischen Ministerium und Konzern nicht unterschreiben können. Auch die Analysten von Morgan Stanley warnen: Die Spielekonsole XBox werde zunächst Verluste von 1 Mrd. $ einfahren, einen break-even erwarten die Experten erst für 2004. Für das Betriebssystem Windows XP sehen sie nur schwache Absatzchancen. Microsoft legt zur Stunde dennoch fast 1 % zu.

Disney erfährt am Morgen einen Schub und legt mehr als 3 % zu. Am Wochenende startete der lang erwartete Trickfilm "Monster, Inc.", der auf Anhieb auf Platz eins in den Kinocharts landete. Doch nicht nur der Entertainmentriese wird mit dem Film Millionen verdienen. Über Vermarktungslizenzen profitieren unter anderem Spielzeugfigurenhersteller Hasbro , Cornflakes-Riese Kellogg?s und Pepsi vom Erfolg der kleinen Monster. Neben Harry Potter sind die Figuren aus "Monsters, Inc." einer der wichtigsten Lizenzdeals des Jahres. Ein Downgrade bekommt am Morgen allein Disney-Partner Pixar . Prudential Securities meint, das Computer-Animations-Unternehmen habe seine "Monster"-Gewinne zum Filmstart bereits eingefahren. Pixar verliert am Morgen 2 %.

Nach einem Dämpfer in der vergangenen Woche legt das Papier von Boeing 2 % zu. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Wochenende 25 Maschinen bestellt. Boeing-Chefverkäufer Seddik Belyamani hofft, trotz der jüngsten Einbrüche das angestrebte Verkaufsziel von 400 Flugzeugen im Jahr 2001 noch zu erreichen.

Mehr als 3 % legt das Papier von Enron zu. Laut Gerüchten ist der Öl-Multi Royal Dutch Shell interessiert, den angeschlagenen Energiehandelskonzern für 11 Mrd. $ zu übernehmen. Der Deal würde gut in Shells Expansionsstrategie passen. In den vergangenen Wochen war der Aktienkurs von Enron auf derzeit rund 11 $ abgerutscht. Der Buchwert des Konzerns liegt mit 13 $ damit über dem aktuellen Kurs der Aktie.

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