Früherer Chairman der NYSE
Investmentbanker wird neuer SEC-Chef

Der von US-Präsident George W. Bush ernannte William Donaldson soll das durch Bilanzskandale erschütterte Vertrauen der Anleger in die US-Wirtschaft wiederherstellen. Er löst den glücklosen Harvey Pitt ab, der nach heftiger Kritik an seiner Amtsführung im November seinen Rücktritt angekündigt hatte.

HB/dpa WASHINTON. Die US-Regierung hat nach der Serie von Bilanzskandalen striktere Vorschriften bei der Bilanzvorlage beschlossen. Die SEC ist für die Aufsicht über deren Einhaltung zuständig.

"Donaldson ist eine starke Führungspersönlichkeit, die die Gesetze unsere Landes gegen Unternehmerkorruption energisch durchsetzen wird", kündigte Bush im Weißen Haus an. Pitt hatte bei seinem Amtsantritt eine "liebenswürdigere" SEC angekündigt. Kritiker warfen ihm vor, die nötige Distanz zu seinen ehemaligen Kunden vermissen zu lassen. Pitt war lange Rechtsanwalt für die Buchprüfungsindustrie, deren Überwachung er als SEC-Chef zu verantworten hatte.

Donaldson, der vom Senat noch bestätigt werden muss, leitete zuletzt die Geschicke der Aetna Inc., der größten privaten US- Krankenkasse. Er leitete Anfang der 90er Jahre die New Yorker Börse und war der erste Direktor der Schule für Management an der Yale- Universität. In den 70er Jahren war er unter dem damaligen Außenminister Henry Kissinger Staatssekretär im Außenministerium. Einen Tag zuvor hatte Bush den Eisenbahnunternehmer John Snow zum neuen Finanzminister ernannt. Dessen Vorgänger Paul O'Neill war am Freitag nach einer Serie verbaler Ausrutscher entlassen worden. Für den gleichzeitig entlassenen Wirtschaftsberater Lawrence Lindsey ist als Nachfolger der ehemalige Co-Vorsitzenden der Investmentbank Goldman Sachs, Stephen Friedman, im Gespräch.

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