Frühjahrsbilanz eher mager
Radstar Ullrich beginnt Saison in Deutschland

Aufatmen beim Team Telekom und Vorfreude bei den deutschen Radsportfans: Olympiasieger Jan Ullrich kehrt nach rund vierwöchiger Verletzungspause Ende Mai in den Rennsattel zurück und wird seine Saison mit zwei "Heimspielen" beginnen.

sid BONN. Dies gab der Bonner Rennstall am Montag offiziell bekannt. Der erste Start des Teamkapitäns ist bei der Bayern-Rundfahrt vom 22. bis 26. Mai geplant. Damit ist auch klar, dass der Zeitfahr-Weltmeister in diesem Jahr auf den Giro d'Italia (11. Mai bis 2. Juni) verzichten wird. Schwerpunkt in der Vorbereitung des 28-Jährigen auf die Tour de France im Juli (6. bis 28.) wird anschließend die Deutschland-Tour vom 3. bis 9. Juni sein.

"Ich freue mich, dass ich in Deutschland wieder ins Renngeschehen eingreife. Es ist für mich immer etwas ganz besonderes, vor unseren Fans zu fahren", sagte der Merdinger, der sein tägliches Pensum kontinuierlich gesteigert hat und mittlerweile rund 150 km am Tag absolviert. "Mein Knie hält, ich habe keinerlei Schmerzen mehr", sagte Deutschlands erster Tour-Sieger (1997). Nach Rücksprache mit Teamarzt Dr. Lothar Heinrich und Sportdirektor Rudy Pevenage fiel die Entscheidung für die Bayern-Rundfahrt und gegen den Giro. "Wir haben den sichereren Weg gewählt", sagte Dr. Heinrich. "Würde Jan am 11. Mai in den Giro einsteigen, müssten wir jetzt schon ganz andere Intensitäten fahren. Wir wollen aber kein Risiko eingehen."

Mit Jan Ullrich soll der Erfolg ins Team zurückkehren, nachdem die Frühjahrs-Bilanz der "Telekoms" nach zwei fetten Jahren magerer ausfiel. "Meine Bilanz ist nicht so schlecht wie sie gemacht wird", sagte Erik Zabel nach seinem neunten Platz beim Amstel Gold Race am Sonntag. "Ich habe einen Spitzenplatz in der Weltrangliste gehalten, mir fehlte nur als Highlight ein Klassiker-Sieg." Die Erklärung hierfür lieferte er gleich mit: "Wir wurden bei fast allen Rennen immer an strategisch wichtigen Punkten durch Stürze anderer Fahrer oder von Defekten zurückgeworfen."

Auch Rudy Pevenage will trotz fehlender Klassiker-Erfolge 2002 nicht Schwarz malen. "Mit dem zweiten Rang von Steffen Wesemann bei Paris-Roubaix und dem sechsten Platz von Matthias Kessler bei Lüttich-Bastogne-Lüttich waren wir nicht schlecht bedient. Wir hatten vom ersten Weltcup-Rennen an viel Pech, aber in der Breite hatten wir nie zuvor eine so starke Mannschaft." Nun will das Team Telekom am 1. Mai auf deutschem Boden seiner Serie aus Pleiten, Pech und Pannen ein Ende machen.

Team-Manager Walter Godefroot hofft, bei der 41. Auflage des deutschen Klassikers "Rund um den Henninger Turm" den dritten Telekom-Sieg binnen vier Jahren feiern zu können. Die Mannschaft setzt vor über einer Million Fans auf seine "Pechvögel" Erik Zabel (Sieger 1999) und Steffen Wesemann. Dieser gilt bei Ausreißversuchen durch die berüchtigten Schleifen im Taunus als Mitfavorit. Mit seinem zweiten Sieg nach 2000 liebäugelt auch Lokalmatador Kai Hundertmarck. Insgesamt werden rund 200 Fahrer aus 26 Teams um 11.00 Uhr an den Start gehen.

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