Archiv
Frühlingsbeginn: Wall Street im Plus

Es ist Frühling und prompt deuten an der Wall Street die Futures auf die großen US-Indizes wieder ins Grüne. Nachdem die Woche schwach begonnen hat, klettern Dow, Nasdaq und der S&P 500 vorbörslich vorsichtig ins Plus.

Noch am Mittwoch hatte es so ausgesehen, als sei die Luft aus dem Markt. Der Handel an der Wall Street war schwerfällig und ging marktbreit ins Minus - seit Montag hat der Dow 1 % verloren, die Nasdaq notiert um 2 % schwächer. Was den Handel vor allem belastete, waren unterschiedliche Interpretationen zur Zinspolitik der Notenbank Fed. Konjunktur-Guru Alan Greenspan und Kollegen hatten ihre Einschätzung des gesamt-ökonomischen Umfelds von "riskant" auf "neutral" verschoben und damit nach Ansicht des Marktes den Weg frei gemacht für Zinsanhebungen, was zwar nicht für den Markt, aber für die Analysten von Goldman Sachs und Bear Stearns überraschend kam.

Am Morgen gibt es unterdessen gute Nachrichten aus dem ökonomischen Umfeld: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist stärker zurückgegangen als der Markt erwartet hatte. Die Konsumentenpreise sind um 0,2 % gestiegen. Lebensmittel und Energie herausgerechnet haben sich die Lebenskosten zwar um 0,3 % erhöht, doch nimmt man das auf dem Parkett gelassen hin. Der stärker als erwartete Anstieg sei noch nicht inflationär zu bewerten.

Die leicht freundliche Stimmung an der Wall Street stützt vorbörslich die Kurse zahlreicher Dow-Werte, darunter auch wieder die zuletzt schwächeren Zykliker. Auch die meisten Big Caps notieren fest, obwohl es aus dem Computer-Sektor Nachrichten gibt, die zu denken geben. So kündigt Apple am Morgen an, den Preis für die neuen iMac-Computer um 100 Dollar heraufsetzen zu müssen, da Komponenten teurer geworden seien. Apple verliert vor der Glocke 2 %. Aktien von Dell geben 0,6 % ab, IBM und Sun Microsystems notieren flach.

Was den Tech-Sektor im Laufe des Tages beeinflussen dürfte, sind eine Quartalskonferenz des Chipherstellers Micron und ein Analystentreffen beim Chip-Zulieferer Applied Materials . Die Aktien beider Unternehmen notieren vorbörslich leicht im Plus.

Zu den großen Gewinnen dürfte am Donnerstag die Aktie von Pep Boys gehören. Der Autoteilehändler hat am Morgen Ergebnisse vorgelegt und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im abgelaufenen Quartal habe man den Gewinn trotz leicht rückläufigen Umsatzes fast verdreifachen können, heißt es. Sparmaßnahmen haben offensichtlich gegriffen. Pep Boys zeigt sich zuversichtlich, die Prognosen für das laufende Quartal und das Fiskaljahr einhalten zu können.

Meist gehandelte Aktie ist am Morgen das Papier von Protein Design Labs. Das Unternehmen erklärt, das Schuppenflechte-Medikament Zenapax habe nicht in klinischen Tests nicht die gewünschten Ergebnisse gebracht. Man werde das Mittel wohl nicht weiter entwickeln, heißt es von Unternehmensseite. Die Analysten von Morgan Stanley stufen die Aktie dennoch auf: Die schlechten Nachrichten, so sagen sie, schaffen Klarheit und vertreiben "dunkle Wolken, die zuletzt über dem Unternehmen hingen". Protein Design Lab verbessert sich um 1,5 %.

Einige Aktien werden den Frühlingsbeginn dennoch verschlafen: AOL Time Warner notiert vorbörslich mit 1,5 % im Minus, nachdem die Analysten von Lehman Brothers die Umsatz- und Gewinnprognosen gesenkt haben. Man befürchtet, dass die Werbeeinnahmen von AOL schwächer als erwartet ausfallen könnten. Obwohl sich eine branchenweite Erholung des Werbemarkts abzeichne, könne AOL aus internen Gründen nicht davon profitieren.

Ebenfalls auf der Verliererseite stehen die Aktien des Biotech-Unternehmens Gilead Sciences und des Drogeriemarktes Rite Aid . Beide werden am Morgen von Goldman Sachs abstuft. Dabei haben die Analysten an den Fundamentaldaten beider Unternehmen nichts auszusetzen. Nach zuletzt guten Kursgewinnen seien die Papiere schlicht überbewertet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%