Frustrierte Metaller
Zwickel warnt vor niedrigem Tarifabschluss

IG Metall-Chef Klaus Zwickel hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) vor negativen Auswirkungen eines niedrigen Abschlusses in der derzeitigen Tarifrunde auf dessen Chancen bei der Bundestagwahl gewarnt.

rtr BERLIN. Zwickel sagte nach einem Bericht der "Welt am Sonntag" an die Adresse des Kanzlers gerichtet: "Wenn wir (bei den Tarifverhandlungen) kein akzeptables Ergebnis erzielen, haben wir im Sommer 3,6 Millionen frustrierte Metaller. Und ich weiß nicht, ob das so gut ist für den Ausgang der Bundestagswahl." Er habe Schröder bereits im Oktober vor der explosiven Stimmung in den Betrieben gewarnt. Schröder hatte den Abbau der Arbeitslosigkeit zum wichtigsten Vorhaben in dieser Legislaturperiode erklärt.

Die IG Metall fordert in der laufenden Tarifrunde 6,5 Prozent mehr Lohn für die 3,6 Millionen Arbeitnehmer der Branche. Schröder hatte in der Vergangenheit zu erkennen gegeben, dass er an einem moderaten Tarifabschluss interessiert sei, um nicht den Aufschwung zu gefährden.

Struck für Parallelstatistik bei Arbeitslosen

Unterdessen trat der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Peter Struck, dafür ein, bei der offiziellen Bekanntgabe der Arbeitslosenzahlen an diesem Mittwoch neben der herkömmlichen Statistik auch eine neue, um nicht Arbeit suchenden Arbeitslosen bereinigte Statistik zu veröffentlichen. Struck sagte in einem Interview mit dem Hessischen Rundfunk: "Ich bin dafür, dass mit der nächsten Statistik der Arbeitslosenzahlen, also der Februar-Statistik, die wie üblich Anfang März verkündet wird, gleichzeitig eine Parallelstatistik veröffentlicht wird."

Struck sagte, nach Untersuchungen gebe es 1,2 Millionen Menschen in der alten Statistik, "die nicht mehr vermittelt werden können, sollen und wollen". Überlegungen, nur noch eine um nicht vermittelbare Arbeitslose bereinigte Statistik künftig zu veröffentlichen, hatte das Arbeitsministerium für diese Legislaturperiode nach heftigen Protesten der Opposition fallen gelassen. Nach unbestätigten Medien-Informationen soll die Zahl der Arbeitslosen im Februar um rund 30.000 auf 4,32 Millionen gegenüber dem Vormonat gestiegen sein.

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