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'FTD': RAG plant Kohlezeche - Staat soll Erschließungskosten vorstrecken

Der Bergbau- und Chemiekonzern RAG plant einem Pressbericht zufolge zum ersten Mal seit vielen Jahren konkret eine neue Kohlezeche in Deutschland. Die Investitionen von schätzungsweise 800 Mill. € für das Bergwerk in der Nähe von Hamm solle der Staat vorschießen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD, Montagausgabe). Die Stahlproduzenten, die derzeit unter einem Mangel an Koks leiden, locke Konzernchef Werner Müller mit einem langjährigen Festpreis: "Wir garantieren, für einen Zeitraum von 25 Jahren Koks zum Preis von 200 € je Tonne zur Verfügung zu stellen", sagte Müller der "FTD".

dpa-afx HAMBURG. Der Bergbau- und Chemiekonzern RAG plant einem Pressbericht zufolge zum ersten Mal seit vielen Jahren konkret eine neue Kohlezeche in Deutschland. Die Investitionen von schätzungsweise 800 Mill. ? für das Bergwerk in der Nähe von Hamm solle der Staat vorschießen, berichtet die "Financial Times Deutschland" (FTD, Montagausgabe). Die Stahlproduzenten, die derzeit unter einem Mangel an Koks leiden, locke Konzernchef Werner Müller mit einem langjährigen Festpreis: "Wir garantieren, für einen Zeitraum von 25 Jahren Koks zum Preis von 200 ? je Tonne zur Verfügung zu stellen", sagte Müller der "FTD".

Falls sich die RAG mit ihren Plänen durchsetzt, würde der seit Jahrzehnten anhaltende Abbau des hoch subventionierten deutschen Steinkohlebergbaus erstmals gestoppt und möglicherweise sogar umgekehrt, schreibt die Zeitung. Der Essener Konzern spekuliere dabei auf ein Anhalten des weltweiten Stahlbooms.

Koks, der aus Kokskohle hergestellt wird und den die Stahlwerke zur Verhüttung brauchen, ist zur Zeit knapp und deshalb teuer. In der neuen Zeche bei Hamm könnten 2,5 bis drei Mill. Tonnen Kokskohle pro Jahr gefördert werden, heiße es bei der RAG.

Nach dem RAG-Konzept solle die Bundesregierung, eventuell zusammen mit anderen von der Koksknappheit betroffenen Ländern, die Erschließungskosten vorstrecken. Dies sei aber nicht als Subvention zu betrachten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Konzernkreise. Vielmehr sei vorgesehen, den Kredit abzutragen, falls der Kokspreis über der Marke von 200 ? je Tonne bleibe. Derzeit liegt der Preis zwischen 250 und 300 ? je Tonne. Sinke der Preis unter 200 ?, müsse es einen Ausgleich durch die Abnehmer geben. Dieser könnte so aussehen, dass die Stahlunternehmen auch dann den vereinbarten Festpreis von 200 ? je Tonne zahlen.

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