Führende Investmenthäuser stellen ihre Bestenliste zusammen: Marken und Qualität sind Zauberwörter

Führende Investmenthäuser stellen ihre Bestenliste zusammen
Marken und Qualität sind Zauberwörter

"Kaufen Sie nur das Beste!" Das hört sich als Aktientipp in diesen unruhigen Zeiten eigentlich gut an. Das Problem ist nur: Was ist das Beste?

LONDON. Für manche Analysten sind das die beständigen Branchenführer, die Jahr ein, Jahr aus ihr Marktsegment dominiert haben. Andere ziehen Titel mit solidem, aber unterbewertetem Wachstumspotenzial vor. Während der Blase an den Aktienmärkten die Luft ausgeht, sollten sich die Anleger auf einen soliden Cash Flow und gut eingeführte Marken konzentrieren, empfiehlt Michael Hartnett, Chefstratege für pan-europäische Aktien bei Merrill Lynch in London.

Der mögliche Krieg überschattet die Weltwirtschaft. Die Aktienkurse sind auf Talfahrt (siehe Grafik). Die US-Notenbank, die Europäische Zentralbank und die Bank of England begründen die schwache Konjunktur mit "geopolitischer Unsicherheit". Das sei aber nicht alles, meint Ian Harwood, Chefstratege von Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. Die Prognosen für das Wachstum in den USA und in Europa würden weiter zurückgenommen. Die sich verschlechternden Aussichten drückten genau so auf das Verbrauchervertrauen wie die Kriegsangst. Die US-Wirtschaft sei bei weitem nicht so robust, wie die Optimisten behaupteten, und die Eurozone dümpele vor sich hin. Deshalb sei er nicht davon überzeugt, dass die Weltwirtschaft wieder anspringe, wenn erst einmal die Unsicherheiten wegen des Irak-Konflikts ausgeräumt seien, so Harwood. Während die Börsen die Übertreibungen aus den neunziger Jahren weitgehend korrigiert hätten, habe die Normalisierung in der Wirtschaft kaum erst angefangen.

Hartnett von Merrill Lynch hat Vergleiche zu früheren postspekulativen Situationen gezogen, bei denen die Aktienmärkte für eine längere Zeit innerhalb einer breiten Handelsspanne seitwärts tendierten. Besonders überzeugt hat ihn die Parallele zu Japan in den neunziger Jahren. In einem Umfeld niedriger Renditen und volatiler Devisenmärkte, so hat Hartnett herausgefunden, haben Unternehmen mit starkem Cash Flow und gut eingeführten Marken den orientierungslosen Gesamtmarkt bei weitem überflügelt. "Qualität" lautet das Zauberwort für Hartnett. In Japan hätten 42 Firmen mit "gutem Management, guten Produkten, guten Marken und guten Bilanzen" von Ende 1992 bis Ende 1997 den Aktienkurs mehr als verdoppelt. Honda Motor etwa stiegen in diesem Zeitraum um 268 %, Sony um 172 % und Toyota Motor um 153 %. Gut im Rennen lagen auch Export orientierte Werte und Unternehmen, die gerade eine Umstrukturierung durchlaufen hatten. Es habe sich gezeigt, dass der beste Indikator für die Rendite in unsicheren Börsenzeiten das Verhältnis von Kurs zu Cash Flow ist. Die Bestenliste von Hartnett umfasst BMW, Eon, Sky Broadcasting Group, Diageo, Unilever, Danske Bank und Totalfina-Elf.

Auch andere Investmenthäuser haben ihre Elite-Liste zusammengestellt. Morgan Stanley verspricht, in seinem "Step"-Portfolio nur Unternehmen mit einem Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Branchenvertretern zusammengeführt zu haben. Darin enthalten sind 38 weltweit vertretene Firmen wie 3M, American International Group, Astra Zeneca, BP, Citigroup, General Electric, Home Depot, Honda, HSBC, Microsoft, Oracle, Sony, UBS und andere Schwergewichte.

Die Profis von Lehman Brothers bieten eine Auswahl für "Zehn Ungewöhnliche Eurowerte" an und legen dem Anleger "in den kommenden zwölf Monaten überlegene Renditen" ans Herz. Die im Dezember ausgesuchten Titel umfassen Adecco, Assa Abloy, BskyB, Carlsberg, France Telecom, HSBC, Porsche, Sage, Saipem und Zurich Financial Services.

Sie trauen den Gurus nicht mehr? Nun, das Portfolio von Lehman Brothers hat sich seit dem 9. Dezember 2002 bis Mitte Februar um 8,5 % abgeschwächt gegenüber einem Minus von 9,6 % bei der Portfolio-Messlatte, dem FTSE- World-Europe-Index. Morgan Stanley ist seit der Auflage von "Step" vor fünf Jahren hinter der Benchmark zurückgeblieben. Wenn Sie also lieber auf Ihr Sparschwein vertrauen: Sofern es aus Porzellan ist - lassen Sie es nicht fallen.

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