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Führende Unions-Politiker fordern Wahlkampf-Team

Führende Unionspolitiker haben sich für die Aufstellung eines Führungsteams für die Bundestagswahl 2002 ausgesprochen.

Reuters BERLIN/MÜNCHEN. CSU-Chef Edmund Stoiber und sein Generalsekretär Thomas Goppel verlangten in Interviews, die Union müsse mit einer Mannschaft aus mehreren Spitzenpolitikern in den Wahlkampf ziehen. "Wir brauchen eine Mannschaft, um erfolgreich sein zu können", sagte auch Unions-Fraktionsvize Wolfgang Bosbach (CDU) am Freitag in Berlin. Ein CDU-Sprecher hatte zuvor mit Blick auf einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung" gesagt, derzeit werde kein Spitzenteam zusammengestellt.

Stoiber sagte der Münchner "Abendzeitung": "Für die Bundestagswahl ist es entscheidend, dass wir eine breite Mannschaft sind mit mehreren Führungspersönlichkeiten, die auch bestimmte Inhalte verkörpern und die zusammenhalten". CSU-Generalsekretär Goppel betonte in der "Berliner Zeitung", die Menschen müssten wissen, wer zu welchen Themen in der Union spreche. Er werde sich deshalb demnächst mit CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer in Verbindung setzen. In der CSU hieß es, die Partei vertrete schon länger die Ansicht, dass Themen mit Köpfen verbunden werden müssten. Es sei aber noch zu früh, Namen zu nennen. Vor einigen Wochen hatte die CSU-Spitze mit der Forderung nach einer Kernmannschaft bei der CDU für Unmut gesorgt.

Nicht nur der Kapitän ist wichtig

Bosbach sagte mit Blick auf die immer noch offene Frage des Unions-Kanzlerkandidaten: "Es kommt nicht nur auf den Kapitän an, sondern auch auf die Mannschaft." Neben der Kandidatenfrage seien das Spitzenteam und die inhaltliche Positionierung ausschlaggebend für den Wahlerfolg der Union, betonte der CDU-Politiker. Das bedeute aber nicht, dass ein Schattenkabinett aufgestellt werden müsse. Bosbach sagte, er gehe davon, dass im Führungsteam Fraktionschef Friedrich Merz, dessen Vertreter Volker Rühe und Horst Seehofer sowie der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe, Michael Glos, vertreten sind. Die Aufstellung des Spitzenteams sei aber Sache der Führung der Unionsparteien.

Stoiber bekräftigte unterdessen die zwischen CDU und CSU vereinbarte Linie, erst im nächsten Jahr über den Herausforderer von Bundeskanzler Gerhard Schröder zu entscheiden. Er fügte nach einem Vorabbericht der Zeitung hinzu: "Die persönlichen Ausfälle des Kanzlers gegen mich zeigen ja schon, dass er mit dieser Situation Schwierigkeiten hat." Schröder hatte Stoiber vor zwei Wochen angesichts der offenen Kandidatenfrage "feigen Ehrgeiz" vorgeworfen.

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