"Führender integrierter Finanzdienstleister" als Ziel
Allianz bestätigt geplante Übernahme der Dresdner Bank

dpa-afx MÜNCHEN. Die Allianz will die Dresdner Bank übernehmen. Der Versicherungskonzern bestätigte am Donnerstag Verhandlungen über die "Schaffung eines führenden integrierten Finanzdienstleisters".

Die Gespräche mit der Dresdner Bank seien weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Mit der Übernahme würde die Allianz Vertrieb und Vermögensverwaltung stärken und nach Einschätzung von Beobachtern eine grundlegende Neuordnung der deutschen Bankenlandschaft in Gang setzen.

Nach übereinstimmenden Medienberichten soll am Wochenende in Aufsichtsratssitzungen die endgültige Entscheidung über die Übernahme fallen. Nach Informationen aus Branchenkreisen will die Allianz im Zuge der Akquisition auch ihre Anteile an der Hypo-Vereinsbank in Höhe von etwa 17 Prozent auf die Münchener Rückversicherung übertragen. Dadurch würden zwei mächtige europäische Allfinanz- Konzerne mit Sitz in München entstehen.



Offiziell besitzt der Münchner Versicherungskonzern derzeit rund 20 Prozent an der Dresdner. Über zwei Holding-Gesellschaften habe sich die Allianz zudem den Zugriff auf mindestens weitere 20 Prozent gesichert, berichtete das "Handelsblatt". Die Münchener Rück besitze zudem rund fünf Prozent an der Dresdner Bank.



Nach Informationen aus Bankenkreisen plant die Allianz außerdem ein Übernahmeangebot an die freien Aktionäre Anfang nächster Woche. Nach Informationen des "Wall Street Journal Europe" soll den Aktionären der Dresdner Bank ein Bar- und Aktienangebot im Gesamtwert von 22 Milliarden Euro unterbreitet werden.



Unklar ist noch, was bei einer Übernahme aus der Investmentbank-Einheit der Dresdner Bank wird. Es werde erwogen, Dresdner Kleinwort Wasserstein abzutrennen und an die Börse zu bringen, berichtete die "Börsen-Zeitung". Andererseits werde aber auch versichert, die Dresdner solle auf jeden Fall mit ihrer jetzigen Identität erhalten bleiben. Die Details sollten am Wochenende von den Aufsichtsgremien entschieden werden.



Der Kurs der Allianz-Aktie sank bis zum Mittag leicht auf 309 Euro. Das Tagestief lag aber unter 300 Euro. Auch die Dresdner Bank - Aktie fiel leicht um 1,6 Prozent auf 48,60 Euro. Am Vorabend hatte der Allianz-Kurs nach Bekanntwerden der Spekulationen um über sechs Prozent nachgegeben, während die Dresdner Bank um mehr als sieben Prozent nach oben sprang.



Breuer: Deutsche Bank wusste von Übernahmeplänen



Die Deutsche Bank hat von den Plänen der Allianz, die Dresdner Bank zu übernehmen, bereits gestern gewusst. Eine mögliche Übernahme der Dresdner Bank ändere jedoch nichts daran, dass die Deutsche Bank weiterhin an einer Zusammenarbeit mit der Allianz interessiert sei, sagte der Vorstandsvorsitzende Rolf-E. Breuer am Donnerstag in Frankfurt.



"Wir führen mit der Allianz gute Gespräche in einer angenehmen Atmosphäre", sagte Breuer. Über Einzelheiten wollte er nichts sagen, da darüber Stillschweigen vereinbart wurde. Deutsche Bank und Allianz sind durch eine Überkreuzbeteiligung miteinander verbunden.

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