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Führung im Medaillenspiegel

Viel Zeit sich zu ärgern hatte Springreiter Ludger Beerbaum nicht nach seinem 16. Platz im Einzelspringen bei den Olympischen Spielen in Athen. Schon einen Tag später flog er nach Hause, um sich auf das Bundeschampionat in Warendorf vorzubereiten. Die Veranstaltung beginnt heute und dauert bis zum Sonntag. "Jeder Tag Vorbereitung ist Gold wert", sagt der Mannschaftsolympiasieger.

DÜSSELDORF. Wer wie Beerbaum auch künftig um Medaillen reiten will, muss beizeiten dafür sorgen, dass er das richtige Pferd aufbaut. Sehr talentierte, edle Pferde sind ebenso selten wie teuer. Das Bundeschampionat, die große Schau für Nachwuchspferde, ist deshalb Treffpunkt aller großen Reiter, bekannten Ausbilder und geschäftstüchtigen Pferdehändler.

Deutschlands Reiter waren in Athen im Pferdesport die erfolgreichsten Teilnehmer. Sie gewannen zweimal Gold (Dressur und Springreiten Mannschaft) und einmal Silber (Ulla Salzgeber in der Dressur). Wären den Vielseitigkeitsreitern nicht zwei Goldmedaillen aberkannt worden, hätten die Deutschen noch besser abgeschnitten.

Pferde aus deutscher Zucht holten acht Gold-, zwei Silber- und acht Bronzemedaillen, mehr als Pferde aus jeder anderen Nation. Mit acht Medaillen kehrten allein Hannoveraner Pferde, Deutschlands größter Zuchtverband, zurück. Von den 203 bei Olympia gestarteten Pferden kamen 64 aus deutscher Zucht. Den Hauptanteil stellten die 30 deutschen Pferde in der Dressur (58,8 Prozent). Gold gewann dort die Niederländerin Anky van Grunsven mit dem Hannoveraner Salinero. Aber auch in den Springprüfungen kam mit 27 Pferden mehr als ein Drittel aus deutschen Landen. In der Vielseitigkeit gingen sieben deutsche Pferde (9,3 Prozent) an den Start.

Bei den Auktionen der großen Zuchtverbände finden inzwischen rund die Hälfte der Tiere ein neues Zuhause in ausländischen Ställen. Deutsche Pferde werden jährlich schätzungsweise für rund 200 Mill. Euro exportiert. Allein fünf ehemalige Verdener Auktionspferde gewannen in Athen sechs Medaillen.

In Warendorf werden drei- und vierjährige Nachwuchspferde begutachtet, fünf- und sechsjährige zeigen in ersten Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitsprüfungen ihre außergewöhnlichen Fähigkeiten. Schon die Qualifikation für das Bundeschampionat vervielfacht den Wert. Ein Bundeschampionats-Sieger wechselt schon mal für einen Millionenbetrag den Besitzer. Da wird schnell klar, warum Beerbaum jeden Tag der Vorbereitung nutzen will. Er stand mit seinem Hannoveraner Hengst Goldfever, mit dem er in Athen Mannschaftsgold holte, 1997 im Finale der Springpferde. Gegnerin war schon damals die Holsteiner Stute Fein Cera, die nun mit ihrem Reiter Peter Wylde (USA) Mannschaftssilber gewann.

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