Führungskrise beim italienischen Autobauer
Fiat-Chef muss gehen

Der Chef des hoch verschuldeten italienischen Industrie- und Autokonzerns Fiat, Gabriele Galateri, hat nach Firmenangaben seinen Rücktritt eingereicht.

rtr MAILAND. Fiat teilte am Dienstag nach einer Sitzung des Verwaltungsrats mit, Galateris Nachfolger werde nach einem so schnell als möglich einzuberufenden weiteren Treffen des Gremiums vorgestellt. Bis dahin werde Galateri seine Amtsgeschäft fortführen. Der italienische Industrieminister Antonio Marzano sagte in Rom, der Fiat-Hauptaktionär habe ihn über ein weiteres für Donnerstag geplantes Treffen informiert.

Nach Medienberichten war weithin auch mit einem Rücktritt des Verwaltungsratsvorsitzenden Paolo Fresco gerechnet worden, der aber seinen Posten behielt. Der Verwaltungsrat sprach ihm und dem übrigen Management das Vertrauen aus.

In Branchenkreisen wird damit gerechnet, dass der der Mediobanca nahe stehende Manager Enrico Bondi die Nachfolge Galateris antreten wird. Damit würde der Einfluss der in Mailand ansässigen Investmentbank auf den Auto-Konzern weiter zunehmen. Im Rahmen des im Juni dieses Jahres zwischen Fiat und seinen Gläubigerbanken vereinbarten Sanierungsprogramms für den hoch verschuldeten Industrie- und Autokonzern hatte sich Mediobanca bereits einen Anteil an Ferrari gesichert. Den Kreisen zufolge favorisiert Mediobanca nun ein Herauslösen von Alfa Romeo aus Fiat Auto, um ein Luxuswagen-Segment zu schaffen. Dies könnte aber die Option gefährden, Fiat Auto im Jahr 2004 vollständig an den US-Autokonzern General Motors (GM) zu verkaufen. GM hält derzeit etwa 20 % der Anteile an Fiat Auto.

Die Fiat-Kreditgeber hatten vor einer weit reichenden Umbesetzung der Konzernspitze gewarnt und für diesen Fall ein vereinbartes Sanierungspaket in Frage gestellt.

Fiat hatte von seinen Gläubigerbanken im Juni Kredite im Volumen von drei Mrd. ? erhalten. Dafür hatte das Unternehmen strikte Sparmaßnahmen und einen Schuldenabbau zugesichert. Galateri galt für die Banken gewissermaßen als Garant für die Einhaltung der Sanierungsziele. Wegen des seither noch schleppenderen Autoabsatzes ging das Konzept aber bisher nicht entsprechend der Vorstellungen auf.

Fiat-Aktien fielen am Dienstag an der Börse in Mailand auf 8,72 ? von 9,04 ? am Vortag.

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