Führungsrolle der UN gewürdigt
Schröder für deutsche Beteiligung an Schutztruppe

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat sich für eine deutsche Beteiligung an einer Schutztruppe für Afghanistan ausgesprochen. Schröder sagte am Mittwoch in Königswinter nach Abschluss der Afghanistan-Konferenz, er plädiere für eine deutsche Beteiligung innerhalb einer europäischen Schutztruppe.

ap KÖNIGSWINTER. Bevor diese allerdings zu Stande kommen könne, müssten die Vereinten Nationen förmlich eine Bitte an Europa richten.

"Es ist jetzt Sache der Vereinten Nationen, wen sie um einen Beitrag bitten wollen", sagte Schröder. Dabei sei eine Anfrage an die Europäische Union denkbar. "In diesem Rahmen wird sich Deutschland, falls eine solche Bitte gestellt wird, nicht verschließen können und wollen."

Zuvor hatte der Kanzler die weitere aktive Unterstützung Deutschlands beim Aufbau einer Friedensordnung zugesichert. In einer Rede auf dem Petersberg bei Bonn würdigte er die Führungsrolle, die die Vereinten Nationen mit der Konferenz bewiesen hätten. Er sagte: "Heute ist ein großer Tag für Afghanistan und für die Vereinten Nationen".

Schröder sagte, nach all den Jahren von Krieg, Terror und Demütigungen hätten die Vertreter der afghanischen Gruppen und die Vereinten Nationen mit einer "historischen Vereinbarung zur politischen Neugestaltung" etwas zu Stande gebracht, was vor kurzem noch niemand für möglich gehalten habe. Die Delegierten hätten "Mut und Weitsicht" gezeigt. Nunmehr hätten die Menschen in Afghanistan eine "konkrete Friedensperspektive und eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive".

Deutschland will nach den Worten Schröders diesen Prozess gemeinsam mit seinen europäischen Partnern und mit den Vereinten Nationen unterstützen. Schröder verwies dazu auch auf die Rolle Deutschlands in der internationalen Unterstützungsgruppe für Afghanistan, die am Nachmittag in Berlin unter Leitung von Außenminister Joschka Fischer zusammentreten sollte. Die 1996 gegründete Gruppe aus 15 Geberländern und der EU-Kommission steht in diesem Jahr unter dem Vorsitz Deutschlands. Schröder fügte hinzu, Deutschland werde weiter seinen Beitrag leisten, damit das afghanische Volk ein Leben "in Freiheit und Würde und mit wirtschaftlicher Perspektive" führen könne.

Den erfolgreichen Abschluss der Konferenz nannte Schröder ein "ermutigendes Signal für die Region und für die Welt". Einen ausdrücklichen Dank richtete er an die UN-Afghanistanvermittler Lakhdar Brahimi und Francesc Vendrell, die durch "kompetente Regie" den Erfolg der Konferenz sicher gestellt hätten. Die Vereinten Nationen insgesamt hätten damit in beeindruckender Weise gezeigt, dass sie in der Lage seien, eine Führungsrolle in der Welt zu übernehmen. Dies gelte auch für andere Konflikte und Herausforderungen, denen sich die UN gestellt hätten.

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