Führungsstreit geht weiter
Gerhardt: FDP braucht nicht nur Showstars

ddp BERLIN. Im FDP-Führungsstreit setzt Parteichef Wolfgang Gerhardt darauf, dass sein Generalsekretär Guido Westerwelle auf eine Kampfkandidatur gegen ihn verzichtet. Gerhardt betonte am späten Montagabend in der ARD-Sendung "Beckmann", er selbst habe seinen Hut in den Ring geworfen. Andere seien nun aufgefordert, die Mannschaft mitzubilden. Sein Vorschlag an Westerwelle sei, an "hervorgehobener Position" mit in den bevorstehenden Bundestagswahlkampf zu gehen.

Gerhardt bezeichnete die Zusammenarbeit mit Westerwelle als sehr erfolgreich, weil der FDP-Generalsekretär ein "anderer Typus" Politiker sei und eher die jüngeren Wähler anspreche. Gebraucht würden aber auch Politiker, die «nicht nur Showstars» seien, sondern Orientierung böten.

Rexrodt fordert Westerwelle auf

FDP-Präsidiumsmitglied Günter Rexrodt forderte Westerwelle erneut auf, Klarheit über seine Ambitionen zu schaffen. Er mahnte in der Tageszeitung "Die Welt" zugleich: "Der Generalsekretär kann nicht aus dem Amt gegen seinen Parteivorsitzenden antreten. Das ist eine Frage der politischen Hygiene."

Der Parlamentarische FDP-Fraktionsgeschäftsführer Jürgen Koppelin wandte sich gegen derartige Forderungen an Westerwelle, die bereits vom Ehrenvorsitzenden Otto Graf Lambsdorff und von FDP-Vizechef Walter Döring erhoben wurden. Er mahnte im Deutschlandfunk, dies schüre die Personaldebatte unnötig. Im Übrigen habe Westerwelle bislang dementiert, dass er für das Amt des Parteivorsitzenden kandidieren wolle. Er gehe davon aus, dies sei "völlig korrekt", sagte Koppelin.

Gerhardt optimistisch

Gerhardt betonte: "Es ist ganz klar, dass Guido Westerwelle mit mir und mit anderen eine Mannschaft bildet, auf die es ankommt." Falls die FDP nach der nächsten Bundestagswahl Regierungsverantwortung übernehme, werde diese Mannschaft mit in die Kabinettsbildung einbezogen. Gerhardt versicherte, er wolle um seinen Spitzenplatz kämpfen. Er fügte hinzu: "Es kann im Übrigen nur einer Bundesvorsitzender werden. Wenn alle das werden wollen, müssen sie alle kandidieren."

Gerhardt zeigte sich optimistisch, auf dem Bundesparteitag der Liberalen im Mai erneut zum Vorsitzenden gewählt zu werden. Er habe einen stärkeren Rückhalt in der Partei, "als das in der Öffentlichkeit manchmal wahrgenommen wird".

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