Fünf albanische Rebellen in Skopje getötet
Mazedonien: Gefechte überschatten Verhandlungen

Neue Angriffe der Albanerrebellen haben am Dienstag die Fortsetzung der Friedensverhandlungen in Mazedonien überschattet. Die mazedonische Armee warf den Rebellen der selbst ernannten Nationalen Befreiungsarmee UCK zahlreiche Verstöße gegen die Waffenruhe vor. Sie hätten in der Nacht in der Region um Tetovo "fast alle" Stellungen der Armee dort mit Maschinengewehren und Granatwerfern angegriffen.

afp SKOPJE/OHRID. In der Hauptstadt Skopje tötete die Polzei fünf Albanerrebellen, unter ihnen nach Angaben von Innenminister Ljube Boskovski auch einen UCK-Kommandeur. Vor Beginn der Verhandlungen in Ohrid im Südwesten des Landes traf der NATO-Gesandte Pieter Feith mit Präsident Boris Trajkovski zusammen. Er wollte erreichen, dass die slawischen Parteien auf ihre Forderung verzichten, dass die Rebellen vor Unterzeichnung eines Friedensabkommens ihre Waffen abgeben.

Die Rebellen hätten in der Region um Tetovo insgesamt 24 Mal Stellungen der Armee angegriffen, sagte ein Armeesprecher in Skopje. Die Soldaten und Polizisten hätten das Feuer erwidert. Dem Sprecher zufolge gab es auch um Kumanovo "Provokationen" der Rebellen in dem von ihnen kontrollierten Gebiet.

Lage in Mazedonien "extrem gespannt"

Bei dem Polizeieinsatz in einem Haus des überwiegend albanisch bewohnten Vorortes Bergino wurde nach Angaben der Polizei auch ein mit Waffen beladener Kleinbus sichergestellt. Innenminister Boskovski sagte, Ziel des Einsatzes sei gewesen, die "Terroristen fertigzumachen". Ein Journalist berichtete, in einem Raum des Hauses seien nach dem Zwischenfall Blutspuren und zersplitterte Schädelknochen zu sehen gewesen. Etwa 20 in der Nähe wohnende Albaner versammelten sich anschließend vor dem Haus schweigend zu einer Trauerkundgebung, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die Vermittler von EU und USA, François Léotard und James Pardew, berieten sich am Vormittag mit Trajkovski. Am frühen Nachmittag dann wurden die Gespräche wieder aufgenommen. Die Lage in Mazedonien sei immer noch "extrem gespannt", warnte Léotard in der französischen Tageszeitung "Le Parisien" (Dienstagsausgabe). "Alle Voraussetzungen für einen ethnischen Konflikt und einen Bürgerkrieg, wie wir ihn in Kroatien, in Bosnien oder im Kosovo erlebt haben, sind vorhanden." Das "Schlimmste ist nicht ausgeschlossen", sagte Léotard weiter.

Auch zahlreiche Parlamentsabgeordnete haben nach Berichten der mazedonischen Medien Zweifel an der Machbarkeit eines Friedenschlusses, weil dies die Einheit des Landes gefährde. Die Friedensgespräche waren am Montag überraschend unterbrochen worden, nachdem die slawischen Parteien die Entwaffnung der Albanerrebellen noch vor Unterzeichnung eines politischen Abkommens gefordert hatten.

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