Fünf Fragen an Walter Gubert
„Kein Pardon für Mangel an Disziplin“

Die Globalisierung macht die Wirtschaft angreifbar. Die Firmen suchen Startegien, die Gefahren zu begrenzen. Das Handelsblatt spricht mit Walter Gubert, Europa-, Mittelost- und Afrika-Chef von JP Morgan Chase.

Handelsblatt: Der Umgang mit Risiken ist wichtiger geworden. Wie hat JP Morgan auf diesen Trend reagiert?

Walter Gubert: Wir haben in den letzten Jahren große Anstrengungen unternommen, um unser Risikoprofil zu optimieren. Vor allem haben wir anerkannt, dass moderne Technologie ein wesentlicher Bestandteil des Risikomanagements ist. Man kann nur Risiken steuern, die man kennt. Und das hat viel mit dem Einsatz modernster Technologien zu tun. Erst dadurch erlangen wir wichtige Kenntnisse.

Also eine Frage der richtigen IT?

Nein, es geht vor allem auch um Menschen. So haben wir zugesehen, dass die richtigen Leute an der richtigen Stelle eingesetzt werden und sich die richtigen Teams bilden. Nur so können sie die nötige Disziplin erreichen, die durch rein organisatorische Maßnahmen nicht garantiert wird. Das heißt: Es gibt für einen Mangel an Disziplin heute kein Pardon mehr!

Das klingt danach, als sei JP Morgan konservativer im Umgang mit Risiken geworden . . .

Das würde ich nicht sagen. Wir sind effektiver geworden bei der Entscheidung, wo wir das Geld investieren. Dazu gehört auch, dass wir den Kapitaleinsatz stärker diversifizieren als früher. Beispielsweise haben wir mit dem Rohstoffhandel ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Das ist auch ein Weg, Risiken zu diversifizieren.

Sehen Sie die Gefahr, dass zu viel Risikomanagement den unternehmerischen Geist zerstört?

Risikomanagement muss im richtigen Verhältnis zu den Geschäftsfeldern stehen. Wenn diese Verantwortung in Bürokratenhand liegt, führt das zu schlechten Resultaten. Wenn sie aber die richtigen Leute damit betrauen, sehe ich diese Gefahr nicht.

Wie haben Sie das angepackt?

Wir haben jemanden zum Hauptverantwortliche gemacht, der das Fixed Income Business geleitet hatte. Und das können sie mir glauben: Der hat einen unternehmerischen Geist.

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