Fünf Jahre Bewährung
Höchststrafe für Arthur Andersen

Das in den Enron-Skandal verwickelte Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen Arthur Andersen ist wegen Behinderung der Justiz zu fünf Jahren Bewährung und einer Geldbuße von 500 000 Dollar verurteilt worden.

HB/dpa HOUSTON. Das zuständige Bundesgericht in Houston (Texas) verhängte damit am Mittwoch (Ortszeit) die höchst mögliche Strafe gegen die einst hochangesehene Firma, die seit dem Auffliegen des Bilanzfälschungsskandals um den Ex-Energieriesen praktisch dahinsiecht.

Andersen war beschuldigt worden, Enron-Papiere vernichtet und damit Ermittlungen der Börsenaufsicht SEC behindert zu haben. Eine Geschworenen-Jury hatte die Firma bereits im Juni schuldig gesprochen. Am Mittwoch ging es nur noch um das Strafmaß. Ankläger und SEC hatten das Gericht in Houston gebeten, die Maximalstrafe zu verhängen, um damit ein Exempel zu statuieren und zu zeigen, dass derartige Methoden mit äußerster Härte geahndet würden.

Die fünfjährige Bewährung bedeutet, dass sich Andersen in dieser Zeit an bestimmte Auflagen des Gerichts halten muss. Andernfalls drohen dem Unternehmen noch höhere Geldbußen. Andersen hat zwar Berufung gegen den Schuldspruch vom Juni eingelegt, dem Einspruch werden aber in Expertenkreisen wenig Chancen eingeräumt. In erster Berufungsinstanz hat Andersen schon verloren.

Das Unternehmen steht ohnehin bereits am Abgrund. Das nach Bekanntwerden der Affäre auf ein Minimum geschrumpfte Wirtschaftsprüfungs-Geschäft wurde Ende August ganz eingestellt. Von einstmals 28 000 Beschäftigten sind nur noch rund 2000 geblieben.

Dem Enron-Konzern wird angelastet, seine prekäre Finanzlage über lange Zeit mit Hilfe dubioser Partnerschaften verschleiert zu haben. Die Bombe platzte, als Enron im Dezember vergangenen Jahres überraschend seinen Bankrott publik machte.

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