Fünf Jahre nach Reemtsma-Entführung
Wiedersehen: Drach-Koszics

dpa HAMBURG. Fast fünf Jahre nach der Reemtsma-Entführung gibt es für den mutmaßlichen Drahtzieher des Verbrechens, Thomas Drach, an diesem Mittwoch ein Wiedersehen mit seinem früheren Komplizen Wolfgang Koszics vor Gericht. Bereits am ersten Verhandlungstag des spektakulären Prozesses vor einer Großen Strafkammer des Hamburger Landgerichts soll Koszics als Zeuge gehört werden, sagte am Montag Oberstaatsanwalt Rüdiger Bagger.

Der 40-jährige Drach war nach Erkenntnissen der Hamburger Staatsanwaltschaft der Kopf der Bande, die den Multimillionär Jan Philipp Reemtsma im März 1996 entführt und 30 Mill. DM Lösegeld erpresst hatte. Der Rheinländer hatte sich nach Südamerika abgesetzt und war 1998 in Argentinien verhaftet und Ende Juli diesen Jahres nach Hamburg überstellt worden. Bei einer Verurteilung wegen erpresserischen Menschenraubes drohen Drach bis zu 15 Jahre Haft.



"Ich würde denen gerne ins Auge sehen"

Auch das Opfer Reemtsma wird wohl vor Gericht erscheinen. Bereits kurz nach Ende seiner 33-tägigen Geiselhaft hatte der Multimillionär gesagt: "Ich würde die Täter gerne vor Gericht haben. Ich würde denen gerne ins Auge sehen". In den bisherigen Prozessen gegen die Drach- Komplizen hatte sich Reemtsma diesen Wunsch erfüllt.

Drach soll nach Verlesen der Anklage laut Bagger zur Person und zur Sache gehört werden. Über seinen Anwalt hatte er bereits erklären lassen, im Prozess sein bisheriges Schweigen brechen zu wollen. Zum Verbleib der Rekordlösegeldsumme will Drach aber offenbar weiter schweigen. Von dem Großteil der 30 Mill. DM fehlt weiterhin jede Spur.

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