Fünf Jahre und drei Monate Haft
Urteil nach jahrelangem Kindesmissbrauch

In einem besonders drastischen Fall von Kindesmissbrauch hat das Landgericht Hannover am Freitag einen Mann zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

dpa/HB HANNOVER. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 44-Jährige seine Tochter und seine Stieftochter über mehrere Jahre hinweg mehrmals in der Woche sexuell missbraucht hatte. "Diese Vielzahl der Taten macht ihre egoistische und dem Wohl der Mädchen gegenüber gleichgültige Haltung deutlich", sagte der Vorsitzende Richter dem Angeklagten.

Der 44-Jährige aus Garbsen bei Hannover soll sich laut Anklage von 1989 an bis 2002 mehr als 1400 Mal an den Mädchen vergangen haben. Das Gericht beschränkte das Verfahren jedoch auf 156 Fälle, um den heute 14 und 19 Jahre alten Opfern weitere Aussagen zu ersparen. Allerdings räumte der Angeklagte allgemein weitere Taten ein, was das Gericht bei der Urteilsfindung berücksichtigte. Das Urteil entspricht der Forderung der Staatsanwaltschaft und wurde auch vom Angeklagten und seinem Verteidiger akzeptiert.

Den Vorwürfen zufolge missbrauchte der Mann die Tochter seiner Lebensgefährtin zum ersten Mal an ihrem siebten Geburtstag. Später verging er sich auch an seiner leiblichen Tochter. Nach der Trennung von der Mutter der Kinder besuchten die Mädchen den 44-Jährigen regelmäßig. Dabei kam es wöchentlich zum sexuellen Missbrauch. Erst als das ältere der beiden Mädchen merkte, dass auch ihre Halbschwester unter dem Mann zu leiden hatte, zeigte sie ihren Stiefvater an. Die Mutter gab bei der Polizei an, in all den Jahren nichts bemerkt zu haben.

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