Fünf mutmaßliche Rebellen festgenommen
Konfliktparteien in Mazedonien wollen Frieden schließen

Ein halbes Jahr nach Beginn des albanischen Aufstands in Mazedonien wollen die Konfliktparteien Frieden schließen. Wie der EU-Gesandte Francois Leotard am Mittwoch mitteilte, soll am Montag ein Friedensvertrag in der Hauptstadt Skopje unterzeichnet werden.

ap OHRID. Der politische Prozess werde bis dahin fortgesetzt. Die Verhandlungen erhielten am Mittwoch durch den Tod von zehn mazedonischen Soldaten in einem Hinterhalt albanischer Extremisten neue Dringlichkeit.

Die Regierungspartei VMRO setzte daraufhin ihre Beteiligung an den Gespräche kurze Zeit aus, kehrte dann aber wieder an den Verhandlungstisch zurück. Die Vertreter der Regierung und der albanischstämmigen Minderheit hatten vor rund vier Wochen die Verhandlungen über eine friedliche Lösung des Konflikts aufgenommen. Eine Einigung ist Voraussetzung für die Entsendung von NATO-Truppen, die die albanischen Rebellen entwaffnen sollen. Diese hatten im Februar im Grenzgebiet zur serbischen Provinz Kosovo eine militärische Offensive gestartet.

Der Angriff der Rebellen am Morgen auf einen Konvoi der Regierungstruppen erfolgte etwa 15 Kilometer westlich von Skopje auf der Straße nach Tetovo. Danach entbrannte ein Gefecht, das auch Stunden später noch andauerte. Regierungssprecher Antonio Milososki sprach von einer Offensive der Separatisten, um weiteres Gelände zu erobern. Für die Regierung waren es die schwersten Verluste seit Beginn der Kämpfe im Februar. Zu Berichten über Kämpfe in Tetovo äußerte sich die Regierung zunächst nicht. Augenzeugen zufolge soll der südliche Teil der Stadt an die Rebellen gefallen sein. Sie waren an den Verhandlungen nicht beteiligt.

Der Angriff war möglicherweise eine Vergeltung für den Tod von fünf Albanern, die tags zuvor bei einer Razzia in Skopie erschossen wurden. Als Reaktion auf den Rebellenüberfall demonstrierten in Skopje hunderte Menschen gegen die Regierung und errichteten in der Nähe des Parlaments Barrikaden. Auch die NATO verurteilte in einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung den Angriff der albanischen Rebellen. Er laufe den Interessen des ganzen Landes zuwider. "Gewalt kann nicht gewinnen. Eine dauerhafte Lösung kann es nur durch eine politische Vereinbarung geben", erklärte die NATO.

Die mazedonischen Mehrheitsparteien haben der albanischen Bevölkerungsminderheit eine größere Beteiligung an Parlament, Polizei und im Bildungswesen zugesichert. Zudem wollen sie den Rebellen eine Amnestie gewähren, von der jedoch Kriegsverbrechen ausgenommen sind.

Amerikanische KFOR-Soldaten nahmen im benachbarten Kosovo nahe der mazedonischen Grenze fünf mutmaßliche albanische Rebellen fest. Die Soldaten hoben außerdem ein Waffenlager aus und beschlagnahmten 34 Granaten, 15 Granatwerfer, 16 Maschinengewehre und 40 Splittergranaten.

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