Fünf Tote bei Kämpfen im Gaza-Streifen
Nahost: USA rufen zum Ende der Gewalt auf

Vor dem Hintergrund neuer heftiger Kämpfe in Nahost haben die USA Israel zur Zurückhaltung gemahnt. Die israelische Regierung wurde aufgefordert, auf "provozierende Aktionen" zu verzichten. Israel sollte die Gelegenheit für eine Friedenslösung ergreifen, sagte der Sprecher des US- Außenministeriums, Richard Boucher, am Donnerstagabend (Ortszeit) in Washington.

dpa WASHINGTON/JERUSALEM. Bei den heftigsten Zusammenstößen seit vielen Wochen waren am Donnerstag im Gazastreifen mindestens fünf Palästinenser getötet und 28 verletzt worden.

Der schwerste Zwischenfall ereignete sich bei Rafah. Dort stieß die israelische Armee mit Panzern und einem Bulldozer auf autonomes Palästinensergebiet vor und zerstörte ein dreistöckiges Gebäude, aus dem nach Armeeangaben seit Wochen auf Soldaten geschossen wurde.

Bewaffnete Palästinenser erwiderten das Feuer. Nach palästinensischen Angaben kam zu einem mehrstündigen Gefecht, in dessen Verlauf drei Palästinenser getötet wurden. Ein schwer verletzter 15-Jähriger starb am Abend in einem Krankenhaus, drei weitere Verletzte schwebten nach Aussagen palästinensischer Ärzte noch in Lebensgefahr.

Am Nachmittag erschossen israelische Soldaten südlich von Gaza einen nach palästinensischen Angaben unbewaffneten 30-jährigen Bauern, der sich in der Nähe einer jüdischen Siedlung aufhielt. Der Mann soll geistig behindert gewesen sein. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo warf Israel vor, die zehn Tage alte Waffenruhe bewusst untergraben zu wollen. Er forderte die US-Regierung auf, in den Konflikt einzugreifen.

Der palästinensische Generaldelegierte in Deutschland, Abdallah Frangi, forderte erneut internationale Truppen zur Sicherung der Waffenruhe. Dabei käme für ihn auch ein NATO-Einsatz in Frage. "Wenn UN-Truppen auf dem Weg zum Frieden nicht helfen könnten, könnte es auch die NATO wie in Mazedonien oder im Kosovo übernehmen, die Konfliktparteien zu trennen und neue Konfrontationen zu verhindern", sagte Frangi der "Rhein-Zeitung" (Freitagausgabe).

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