Fünf Tote und 40 Verletzte
Anschlag auf Diplomaten-Kirche in Pakistan

Bei einem Terroranschlag auf eine Kirche im Diplomatenviertel der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sind fünf Menschen getötet und mehr als 40 Menschen verletzt worden.

dpa ISLAMABAD. Unbekannte warfen am Sonntag sechs Handgranaten in die Kirche, die einen Kilometer von der US-Botschaft entfernt liegt. Die meisten Opfer waren Ausländer. Unter den Toten sind die Frau und die Tochter eines US-Diplomaten, eine Pakistanerin und eine Afghanin. Eine Frau aus Deutschland wurde durch Splitter am Bein verletzt. Gläubige aus acht Ländern kamen zu Schaden.

Die Täter waren zunächst unbekannt. Wegen der Unterstützung Pakistans für die USA beim Kampf gegen Osama bin Laden in Afghanistan waren Anschläge extremistischer Moslems befürchtet worden. Pakistans Militärmachthaber Pervez Musharraf sprach von einem Versuch, dem Ansehen Pakistans zu schaden. Im Januar hatten Moslemextremisten den US-Journalisten Daniel Pearl entführt und ermordet.

Zum Gottesdienst in der protestantischen internationalen Kirche waren 70 Gläubige gekommen. Ein oder zwei Täter warfen Handgranaten in das Gotteshaus, von denen zwei nicht explodierten. Unter den Betenden brach Panik aus. Mehrere Verletzte schwebten in Lebensgefahr. Im Oktober vergangenen Jahres hatten Terroristen eine katholische Kirche in Bahawalpur im Zentrum Pakistans überfallen und 16 Menschen getötet.

Militär riegelt Kirche ab

Aus der deutschen Gemeinde in Pakistan verlautete, die Frage der Sicherheit von Ausländern müsse jetzt neu bewertet werden. Der Anschlag auf eine Kirche der internationalen Gemeinde bedeute eine neue Qualität. Derzeit werde geprüft, ob die ohnehin schon hohen Sicherheitsvorkehrungen für die deutsche Botschaft nochmals verstärkt werden müssten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Das Militär riegelte die Kirche nach dem Terroranschlag ab. US-Botschafterin Wendy Chamberlin besuchte die Verletzten in einer nahe gelegenen Poliklinik. Auch Beamte des US-Bundeskriminalamts FBI waren im Einsatz und hinderten Journalisten nach Angaben von Augenzeugen daran, die Verletzten zu befragen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%