Fünf US- und vier britische Soldaten verletzt
US-Marineinfanterie baut Stellung aus

Die amerikanische Marineinfanterie hat ihren Brückenkopf im Süden Afghanistans am Dienstag ausgebaut. Ihr Einsatzziel sind die auf Kandahar und Umgebung zurückgedrängten Islamisten der Taliban und El Kaida. Die USA machen El Kaida für die Anschläge am 11. September verantwortlich und werfen den Taliban Komplizenschaft vor. Deren afghanische Gegner waren am Dienstag im Begriff, ihnen den Fluchtweg nach Pakistan abzuschneiden.

Reuters KABUL. In der Nacht zum Dienstag hatten die Ledernacken ihren ersten Kampfeinsatz, als eine Panzerkolonne der Taliban auf den Feldflugplatz zufuhr, den sie seit Montag zum Brückenkopf ausbauen. Kampfhubschrauber stoppten die Kolonne. Bis zu 1 000 Marineinfanteristen sollen auf dem Flugplatz in der Wüste stationiert werden, dessen Name der Militärzensur unterliegt. Er liegt etwa 90 Kilometer südwestlich von Kandahar und wurde nach Berichten der Einheimischen früher von Osama Bin Laden benutzt, dem Chef der El Kaida. Ihn vermuten die USA im Raum Kandahar und seinen Beschützer, das Taliban-Oberhaupt Mullah Mohammad Omar, in Kandahar selbst.

Omars Truppen und die Kaida-Söldner an ihrer Seite wollen Kandahar bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Es ist die letzte große Stadt, die ihnen nach sechs Wochen amerikanischer Luftangriffe und zwei Wochen Vormarsch ihrer afghanischen Gegner geblieben ist. Nach ihrem Machtantritt 1996 hatten sie bis zu 90 % des Landes beherrscht. Am Stadtrand schlugen in der Nacht zum Dienstag wieder amerikanische Bomben ein. Die Gegend um Kandahar gehört zu den am stärksten verminten Gebieten der Welt.

Pakistan verstärkt die Grenzkontrollen

Am Südrand des Taliban-Gebietes rückten die Kampfverbände zweier Paschtunen-Stämme vor, die sich nach dem Siegeszug der Nordallianz von den Taliban losgesagt hatten. Am Dienstag wurde aus dem Raum Spin Boldak berichtet, die Stadt sei gefallen. Pakistan verstärkte die Grenzkontrollen, um Bin Laden nicht ins Land zu lassen. Im Norden festigte die Allianz ihre Position in Kundus, das sie diese Woche den Taliban und der El Kaida abnahm, und schlugen bei Masar-i-Scharif mit amerikanischer Luftunterstützung einen Aufstand gefangen genommener El-Kaida - Kämpfer nieder.

Die Gesetzlosigkeit hat in Afghanistan inzwischen wieder ein Ausmaß erreicht, dass sich nach Angaben eines der Einsatzleiter der UNO, Mike Sackett, die Hilfslieferungen für bis zu sieben Millionen Bedürftige verzögern. Sackett sagte, bewaffnete Banden machten zum Beispiel die Straße von Peshawar in Nordpakistan in die afghanische Hauptstadt Kabul so unsicher, dass die Fahrten statt zwei Tage dreieinhalb Tage dauerten. Die Hilfsorganisationen stünden vor der entmutigenden Aufgabe, monatlich 52 000 Tonnen Nahrungsmittel zu verteilen, die nach Schätzungen des Welternährungsprogrammes gebraucht würden, um im herannahenden Winter eine Katastrophe zu vermeiden.

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