Fünf vorbereitete Rohrbomben gefunden
Anschläge auf US-Ziele am 11. September geplant

"Wir haben Hinweise, dass die Anschläge am 11. September geplant waren", sagte Schäuble (CDU) am Freitag in Stuttgart. Ziele seien US- Militäreinrichtungen in Heidelberg sowie die historische Innenstadt gewesen.

Reuters STUTTGART. Der am Donnerstag zusammen mit seiner amerikanischen Lebensgefährtin festgenommene Mann gelte als Gefolgsmann des El-Kaida-Netzwerks des Moslem-Extremisten Osama bin Laden. Die Bundesanwaltschaft bestätige einen Bericht des "Hamburger Abendblatts", dem zufolge die US-Bundespolizei FBI einen aus der Hansestadt stammenden Afghanen Ende August verhaftet hat. Der Bundesnachrichtendienst (BND) warnte vor Anschlägen am 11. September.

Türke offenbar Anhänger Osama bin Ladens

Der 25-jährige Türke und seine zwei Jahre jüngere amerikanische Lebensgefährtin waren am Donnerstag festgenommen worden und sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Die 23-Jährige arbeitet Schäuble zufolge als Zivilangestellte in einem Supermarkt auf dem Gelände der US-Streitkräfte in Heidelberg. "Er scheint ein Anhänger von Osama bin Laden zu sein, gilt als strenggläubiger Moslem, der Amerikaner und Juden hasst", sagte Schäuble über den Türken. Noch sei unklar, ob der in Deutschland geborene Mann Einzeltäter sei oder einer Gruppe angehöre. "Man muss auch neben den Angehörigen des Netzwerks fanatisierte Einzeltäter im Auge haben."

In der Wohnung des Paares seien fünf vorbereitete Rohrbomben gefunden worden, die noch hätten gefüllt werden müssen, sagte Schäuble weiter. Insgesamt 130 Kilogramm Chemikalien und elektrisches sowie elektronisches Zubehör seien sicher gestellt worden "Es waren Hinweise von amerikanischer Seite", die zur Festnahme des Paares geführt hätten. Der 25-Jähriger sei als Lagerarbeiter in einer Chemiefabrik in Karlsruhe beschäftigt. Bei der ersten Vernehmung der Lebensgefährtin des Türken sei festgestellt worden, dass sie "einen Hass auf Juden hat". Der Türke werde von der deutschen Polizei, seine Freundin von US-Sicherheitsbehörden vernommen.

FBI verhaftete Afghanisch-stämmigen Hamburger

Die Bundesanwaltschaft bestätigte unterdessen einen Bericht des "Hamburger Abendblattes", wonach das FBI Ende August einen Deutschen in den USA verhaftet hat. Der 39-Jährige afghanischer Abstammung sei bereits Mitte Juli aus Deutschland ausgereist. Einen Monat später hätten die amerikanischen Behörden nach Deutschland gemeldet, dass es Hinweise für mögliche Anschläge gebe. Die Bundesanwaltschaft habe darauf hin die Identität des Mannes feststellen können und ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung eingeleitet. Ein Auslieferungsantrag sei aber nicht gestellt worden. Bei mehreren mutmaßlichen Attentätern des 11. Septembers handelte es sich um Moslem-Extremisten, die eine Zeit lang in der Hansestadt gelebt hatten.

Unmittelbar vor dem Jahrestag der Anschläge warnte der Bundesnachrichtendienst (BND) vor möglichen Angriffen durch Moslem-Extremisten. Zwar lägen keine konkreten Anhaltspunkte für einen "Jubiläumsanschlag" vor, sagte ein Sprecher des für Auslandsaufklärung zuständigen Geheimdienstes Reuters. "Es besteht allerdings unverändert eine gegenwärtige und dauerhafte Anschlagsgefahr durch islamistische Extremisten, deren Netze in Europa, auch in Deutschland, weiter intakt sind."

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