Fünf Wege im deutschen System
Stichwort: Betriebliche Altersversorgung

Das deutsche System der betrieblichen Altersversorgung unterscheidet sich vom angelsächsischen Modell. Während die Amerikaner ihre Pensionsverpflichtungen durch ein gesondertes Vermögen abdecken, ist dies nach deutschem Recht (HGB) nicht erforderlich.

Deckungslücken sind daher bei Firmen, die nach US-Regeln (US-Gaap) bilanzieren, leichter zu finden als bei Konzernen mit HGB-Abschluss. Das deutsche System lässt fünf Wege zu:

Direktzusage: Der Arbeitgeber zahlt die Versorgungsleistungen aus dem laufenden Geschäft. Dafür bildet er auf der Passivseite der Bilanz Rückstellungen. Auf der Aktivseite steht diesen meist kein gesondertes Pensionsvermögen gegenüber, sondern die Finanzmittel im Umlauf- und Anlagevermögen. Laufen die Geschäfte dauerhaft schlecht, können fällige Pensionszahlungen einen Liquiditätsengpass auslösen. Das Unternehmen muss notfalls Vermögen verkaufen, um die Betriebsrenten zu zahlen . Im Falle einer Insolvenz springt der Pensions-Sicherungs-Verein auf Gegenseitigkeit ein.

Direktversicherung: Hier schließt die Firma für ihren Mitarbeiter eine Versicherung ab. Die Beiträge werden steuerbegünstigt vom Gehalt eingezogen, in der Bilanz tauchen sie nicht auf.

Pensionskasse: Eine externe Versorgungseinrichtung trägt dabei die Betriebsrente. Das Unternehmen zahlt dafür die Beiträge, die Mittel werden am Kapitalmarkt angelegt. Die Aktienquote ist gesetzlich begrenzt. Bleiben die erhofften Erträge aus, dann müssen die Kassen stille Reserven nutzen oder höhere Beiträge bei den Unternehmen erheben.

Betriebsrente: Das Unternehmen zahlt dafür Beiträge, die Mittel werden am Kapitalmarkt angelegt. Die Aktienquote ist gesetzlich begrenzt. Bleiben die erhofften Erträge aus, dann müssen die Kassen stille Reserven nutzen oder höhere Beiträge bei den Unternehmen erheben.

Unterstützungskasse: Hier handelt es sich um eine Versorgungseinrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins oder einer GmbH. Die klassische Unterstützungskasse ist kaum noch verbreitet (siehe Grafik). Bei der neueren Form der rückgebundenen Unterstützungskasse findet - ähnlich der Pensionskasse - eine Kapitaldeckung über die Finanzmärkte statt.

Pensionsfonds: Dabei wird - wie in den USA üblich - die Vorsorgeplanung in einen Fonds ausgegliedert, der die Leistungen übernimmt. Die Anlagerichtlinien sind weniger restriktiv als bei Pensions- und Unterstützungskassen. Bei Unterdeckung gelten ähnliche Regeln wie bei Pensionskassen. Mehrere deutsche Großkonzerne planen derzeit, Pensionsfonds einzurichten. tmo

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%