Fünfter ETA-Terrorakt in diesem Monat
Erneut Mordanschlag auf baskischen Kommunalpolitiker

ap SAN SEBASTIAN. Die Serie der Mordanschläge im Baskenland reißt nicht ab: In der Kleinstadt Zumarraga wurde am Dienstag der 29 Jahre alte Kommunalpolitiker Manuel Indiano mit zehn Schüssen in Brust und Bauch getötet. Indiano war nach Angaben der Polizei erst vor sechs Monaten in den Gemeinderat der 400 Kilometer nördlich von Madrid gelegenen Ortschaft berufen worden. Verantwortlich für die Tat sei vermutlich die Untergrundorganisation ETA, sagte ein Sprecher des Madrider Innenministeriums.

Indiano wurde vor seinem von ihm geführten Süßwarenladen erschossen. Er erlag eine Stunde nach dem Attentat im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Indiano war für die konservative Volkspartei (PP) im Gemeinderat, gehörte der Regierungspartei aber nicht an. Nach Angaben der Behörden lehnte er den ihm angebotenen Polizeischutz ab. Laut einem Bericht des spanischen Rundfunks ist Indianos Frau zum ersten Mal schwanger. Sie wurde mit einem Schock ins Krankenhaus gebracht.

Demonstrationen gegen den ETA-Terror

Parteien, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen, darunter Amnesty International, verurteilten den Terrorakt. Der stellvertretende spanische Ministerpräsident Marian Rajoy machte die ETA für die Tat verantwortlich. In den Städten San Sebastian, Bilbao und Vitoria waren für den Nachmittag Demonstrationen gegen den Terror der Organisation angekündigt. In den Rathäusern in ganz Spanien waren Schweigeminuten zum Gedenken an die Opfer angesetzt.

Der Mordanschlag wäre der zwölfte der ETA seit Aufkündigung ihrer 14-monatigen Waffenruhe im Dezember vergangenen Jahres und der fünfte in diesem Monat. Die ETA kämpft seit 1968 für einen eigenen Staat im Baskenland. Dabei kamen bisher nahezu 800 Menschen ums Leben. Der spanische Ministerpräsident Jose Maria Aznar hielt sich am Dienstag zu einem Besuch in Polen auf.



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