Fünfter Saison-Sieg
Zweiter Sieg von Erik Zabel am Henninger Turm

Nachdem das hoch dotierte Star-Ensemble vom Team Telekom in den bisherigen sieben Frühjahrs-Klassikern leer ausgegangen war, rettete der Weltranglisten-Spitzenreiter mit seinem Sieg die Ehre des deutschen Top-Teams.

dpa FRANKFURT. Am Ende der großen Eintages-Rennen dieses Frühjahrs wiederholte Zabel auf den 206 km durch den verregneten Taunus seinen Erfolg von 1999 und schaffte mit einem Supersprint und mit zweiten Sieg ein bemerkenswertes Double.

"Das gelang noch nie einem deutschen Fahrer bei diesem Rennen", freute sich der 31-jährige gebürtige Berliner, der im Spurt einer 40er Spitzengruppe vor Joe Planckaert (Belgien) triumphierte. "Man muss die Kirche im Dorf lassen. Das war heute mein fünfter Saison- Sieg, und es gibt nicht wenige Profis, die zufrieden wären, in ihrer gesamten Karriere so erfolgreich zu sein. Viele Kritik in letzten Zeit hat wehgetan", redete sich Zabel im Ziel den Frust von der Seele. Wenige Meter vor dem Ziel war es hinter ihm zu einem Sturz gekommen, der das Rennen an der unmittelbaren Spitze aber nicht beeinflusste.

Zabel, dem nach vier Erfolgen in San Remo sein diesjähriger 70. Rang an der Blumen-Riviera "mehr ausgemacht hat, als ich dachte", feierte nach vorbildlichem Teamwork über fast 100 km seinen fünften Saison-Erfolg. In den fünf Weltcup-Rennen im Herbst hat er weitere Chancen auf einen Triumph in den renommierten Pokal-Rennen. Auch schon vor dem Heimsieg am Main hatte sich Zabel beschwert: "Ich habe in diesem Jahr bisher vier Rennen gewonnen, war acht Mal Zweiter und halte als erster Deutscher seit sieben Monaten die Weltranglisten- Spitze. Aber all das ist für die Öffentlichkeit wohl nicht ausreichend. Viele sind mit uns überkritisch umgegangen." Aber fünf Stunden nach dieser Kritik strahlte er wieder.

Der deutsche Klassiker durch den Taunus hatte mit einer ärgerlichen Pause begonnen. Weil sich angeblich Materialwagen verfahren hatten, mussten die Profis bei kühler Witterung fast 20 Minuten am Straßenrand warten, bis der Tross wieder komplett war. Nach 40 km hatte sich eine dreiköpfige Spitzengruppe mit Gorazd Stangelj (Slowenien), Dave Bruylandts (Belgien) und Piotr Pryzdzial (Polen) gebildet. Doch deren Flucht über den anspruchsvollen Kurs über insgesamt zehn Bergwertungen kam 63 km vor dem Ziel ins Stocken.

Zunächst hatte der Italiener Davide Rebellin, der Gerolsteiner- Kapitän, aufgeschlossen. Dann rückte eine fünfköpfige Gruppe mit Steffen Wesemann (Wolmirstedt) nach. 33 km vor dem Ziel hatten auch Zabel und Co. den Sprung ganz nach vorn geschafft, und die Pokerpartie um den Sieg begann. Im Finale setzte sich Zabel mit einem starken Spurt durch. Kurz vor Schluss musste Wesemann als "Zugmaschine" vorne ausscheren, und Zabel machte sein Meisterstück allein perfekt. Allerdings hatte sein Team durch stundenlange Arbeit dafür gesorgt, dass Zabel am Ende in vorderster Position war.

Zabel, dem in der 41. Auflage des deutschen Klassikers in Frankfurt der 7. Erfolg eines deutschen Profis glückte, legt bis zur Bayern-Rundfahrt am 22. Mai eine Rennpause ein.

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