Fünftgrößter Brauer der Welt prüft Engagement in Westeuropa
South African Breweries expandiert kräftig

South African Breweries expandiert mit Macht in den Schwellenmärkten des Fernen Ostens und in Osteuropa. Damit hofft der vor zwei Jahren von Johannesburg nach London umgezogene Konzern seine Abhängigkeit vom Heimatmarkt Südafrika zu mindern. Doch Analysten bleiben skeptisch.

wd/HB KAPSTADT. South African Breweries (SAB), der fünftgrößte Brauereikonzern der Welt, hat weitere Zukäufe in China gemeldet. Wie das in London notierte Unternehmen am Donnerstag anlässlich seiner Ergebnispräsentation mitteilte, hat es durch seinen chinesischen Joint Venture-Partner CRE Beverage drei chinesische Brauereien für rund 80 Mill. $ erworben und so seine Präsenz in dem nach den USA zweitgrößten Biermarkt der Welt gestärkt. SAB gehören nunmehr 14 Brauereien im Reich der Mitte. Damit wird das Unternehmen zum drittgrößten Brauer im bevölkerungsreichsten Land der Welt. Laut ABN Ambro ist SAB gegenwärtig der einzige ausländische Brauer, der dort schwarze Zahlen schreibt.

Das Bestreben des Konzerns, international verstärkt zu expandieren, hat Spekulationen genährt, wonach die Südafrikaner der belgischen Interbrew möglicherweise die britische Bass Brauerei abkaufen werde. Mit Blick auf diese Gerüchte wies SAB-Firmenchef Graham MacKay jetzt darauf hin, dass die anhaltende Expansion seiner Firma in den Schwellenmärkten keinesfalls auf ein Desinteresse an Westeuropa schließen lasse. "Obwohl wir uns zu Zukäufen in dieser Region bislang nicht direkt geäußert haben, schauen wir uns hier ebenso interessiert um wie die Konkurrenz", sagte MacKay mit klarem Fingerzeig auf Bass.

SAB, dessen bekannteste Biermarken das südafrikanische Castle sowie das im vergangenen Jahr hinzugekaufte Pilsener Urquell sind, versucht seit längerem die Abhängigkeit des Unternehmens von seinem südafrikanischen Heimatmarkt zu mindern. Die schwache Währung Rand und der starke Dollar, in dem SAB seit seinem Umzug von Johannesburg nach London vor zwei Jahren bilanziert, hatten auch zur Folge, dass die Firma ein enttäuschendes Jahresergebnis präsentiert: Während der Vorsteuergewinn für die 12 Monaten bis Ende März um 7 % auf 646 Mill. $ fiel, verringerte sich der Gesamtumsatz um 2,7 % auf 4,2 Mrd. $. Dennoch wird der Konzern eine unveränderte Dividende von 25 Cent pro Aktie zahlen.

Besonders hart traf die Gruppe der abermals gesunkene Bierkonsum in Südafrika. Dort ist der Konzern mit einem Marktanteil von 98 % Monopolist. Allerdings stieg die gesamte Bierproduktion des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr durch die fortgesetzte Expansion in China und Osteuropa um 18 % auf nun 62,1 Mill. Hektoliter an. Davon wurden 38 Mill. Hektoliter außerhalb Südafrikas gebraut - ein Zuwachs von 40 %. In Südafrika selbst leidet das Unternehmen unter der trüben Wirtschaftslage.

Einige Analysten sahen in dem gestrigen Ergebnis einen Nachweis dafür, dass SAB zwar in den vergangenen Jahren durch den Erwerb osteuropäischer und chinesischer Brauereien das geographische Risiko gestreut habe. Dennoch bleibe es aber immer noch einem stärkeren Wechselkursrisiko unterworfen.

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