Für 2003 hohe Ziele gesetzt
HDI rüstet sich für den Börsengang

Der Versicherungskonzern HDI setzt sich hohe Ertragsziele und bereitet mit neuen Strukturen unter dem Dach der Talanx AG den Börsengang 2005 vor. In diesem Jahr hat das Unternehmen sein Geschäft in schwierigem Marktumfeld deutlich ausgebaut und nach dem Einbruch des Vorjahres wieder gut verdient.

HB/dpa HANNOVER. "Das Ergebnis ist gut, in Anbetracht dessen, was das Umfeld produziert hat, ist es sogar sehr gut", sagte der HDI-Vorstandsvorsitzenden Wolf-Dieter Baumgartl am Dienstagabend in Hannover.

Nach einem Prämienplus von 7,4 Prozent auf vorläufig knapp 15,2 Milliarden Euro nach dem neuen Bilanz-Standard US-GAAP erwartet Baumgartl im kommenden Jahr ein Wachstum von 6,5 Prozent auf 16,2 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis werde bei 833 Millionen Euro liegen nach wahrscheinlich 524 Millionen 2002. Als mittelfristiges Ziel hat sich der Konzern ein Vorsteuerergebnis nach US-GAAP von mindestens einer Milliarde Euro gesetzt. Dafür seien jährlich zweistellige Steigerungsraten beim operativen Ergebnis notwendig, betonte Baumgartl.

Nach dem für 2002 letztmalig verwendeten HGB-Verfahren liegt das Prämienplus in diesem Jahr bei 10,6 Prozent und einem Volumen von 16,1 Milliarden Euro nach 14,5 Milliarden Euro 2001. Das im vergangenen Jahr von den Folgen der Terroranschläge stark gedrückte Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wird von 6 Millionen Euro in 2001 auf 412 Millionen Euro steigen. Wieder schwarze Zahlen werden zudem beim operativen Ergebnis erwartet, das von minus 32 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf plus 580 Millionen Euro zulegen soll.

Um für den für 2005 geplanten Börsengang gut gerüstet zu sein, wird der HDI-Konzern zum Talanx-Konzern umgebaut. Laut Baumgartl sollen der bisherigen Muttergesellschaft HDI Haftpflichtverband der Deutschen Industrie Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (HDI V.a.G.) das operative Industriegeschäft und der Servicebereich ausgegliedert werden und als einzelne Aktiengesellschaften direkt unter das Dach der Talanx AG wandern. Diese wird an der Börse vertreten sein.

Ein Börsengang der Talanx mache grundsätzlich nur Sinn, wenn diese keine "Doublette" der bereits börsennotierten HDI-Tochter Hannover Rück darstelle, sagte Baumgartl. Der Verkauf von Anteilen an dem Rückversicherer bis auf mindestens 50,1 Prozent solle daher konsequent vorangetrieben werden.

Positiv bewertete Baumgartl die Leben Erstversicherung und ihre geschätzten Steigerung der Bruttobeiträge um 21,3 Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro. Allerdings brach das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit hier vor allem durch hohe Investitionen von 6 Millionen auf minus 29 Millionen Euro ein. Zufrieden zeigte er sich mit der Entwicklung bei den Riesterverträgen, obwohl der HDI wie andere Wettbewerber zunächst von weit höheren Abschlusszahlen ausgegangen war. Zum Jahresende habe der Konzern rund 200 000 Riesterverträge im Bestand. Damit bestreite er als vergleichsweise junger Lebensversicherer einen Marktanteil von acht Prozent.

In der Schaden- und Unfall Erstversicherung legten die Bruttobeitragseinnahmen um 12 Prozent auf knapp 6,3 Milliarden Euro zu. Für das Segment Rückversicherung geht der HDI beim Ausbleiben von Großschäden von einem positiven Ergebnis für 2002 aus. Zwar sei der HDI wie Wettbewerber von der Flutkatastrophe betroffen gewesen, die Belastungen seien jedoch netto relativ gering gewesen.

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