Für Afghanistan
UN-Schutztruppe: Die Angebote der Mitgliedstaaten

Nach der Verabschiedung des UN-Mandats soll ein britisches Vorauskommando den Amtsantritt des neuen Regierungschefs Hamid Karsai und seines Übergangskabinetts sichern.

afp BERLIN. Nach der Verabschiedung des UN-Mandats für eine Schutztruppe in Afghanistan soll ein britisches Vorauskommando am Samstag den Amtsantritt des neuen Regierungschefs Hamid Karsai und seines Übergangskabinetts sichern. Die ersten 53 Soldaten landeten am Donnerstagabend in Kabul. Insgesamt sollen nach Angaben aus London 5 000 UN-Soldaten in Afghanistan stationiert werden. Die afghanische Führung will hingegen nur 3 000 Soldaten ins Land lassen. Die Nachrichtenagentur AFP nennt die bisherigen Angebote aus verschiedenen Staaten für Truppenkontingente:

DEUTSCHLAND will bis zu 1200 Soldaten bereitstellen. Dazu ist allerdings die Zustimmung des Bundestags erforderlich. Eine Mehrheit bei der Sondersitzung am Samstag gilt als sicher.

GROSSBRITANNIEN wird für drei Monate die Führung der UN-Truppe übernehmen. Bis zu 1500 britische Soldaten sollen in Afghanistan stationiert werden. Bis Samstag sollen insgesamt 250 britische Soldaten in Kabul bereitstehen. Mit der Entsendung des Hauptkontingents soll nach Angaben von Verteidigungsminister Geoff Hoon am 28. Dezember begonnen werden. Voll handlungsfähig wird die UN-Truppe nach seiner Einschätzung erst ab Januar sein.

FRANKREICH will sich mit 300 bis 400 Soldaten an der UN-Truppe beteiligen. Die ersten 30 bis 40 Soldaten könnten bereits am Wochenende entsandt werden.

SPANIEN will 700 Soldaten schicken. Verteidigungsminister Federico Trillo bot am Mittwoch an, die UN-Truppe mit Infanteristen und Marineinfanteristen zu unterstützen.

ITALIEN erklärte sich zur Stationierung von 300 Mann bereit, darunter vor allem Fallschirmjäger und Carabinieri.

TSCHECHIEN will eine bis zu 200 Mann starke Kompanie nach Afghanistan schicken.

GRIECHENLAND bot an, etwa 150 Soldaten für die Schutztruppe zur Verfügung zu stellen.

SCHWEDEN entsendet eine Aufklärungseinheit von mindestens 45 Soldaten.

ARGENTINIEN kündigte die Entsendung von etwa 600 Soldaten an. Sie sollen unter anderem ein mobiles Krankenhaus in Kabul errichten. Nach Angaben von Buenos Aires wird der Einsatz das hoch verschuldete Land zwölf Mill. Dollar (13 Mill. ? / 26 Mill. DM) kosten.

Die TÜRKEI hat Verstärkung für die UN-Truppe angeboten, aber noch keine Einzelheiten genannt. Nach Angaben von Diplomaten wäre Ankara bereit, nach Großbritannien das Oberkommando zu übernehmen.

Kleinere Kontingente wollen bislang auch AUSTRALIEN, JORDANIEN, KANADA, MALAYSIA, NEUSEELAND, die NIEDERLANDE und NORWEGEN nach Afghanistan schicken.

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