Für Demokraten steht viel auf dem Spiel
US-Bürger wählen neuen Kongress

Im Zeichen des Irak-Konflikts, anhaltender Terror-Bedrohung und einer flauen Wirtschaftslage wählen die US- Bürger an diesem Dienstag einen neuen Kongress. Ziel der Republikaner ist es, nach der Eroberung des Weißen Hauses vor zwei Jahren jetzt auch die Kontrolle in beiden Kongresskammern, dem Senat und Abgeordnetenhaus, zu erreichen.

HB/dpa WASHINGTON. Angesichts einer Rekordzahl von denkbar knappen Rennen galt es als möglich, dass die Mandatsverteilung nicht in der Wahlnacht, sondern vielleicht erst Tage später feststehen wird. Bisher haben die Republikaner im Abgeordnetenhaus die Mehrheit. Im Senat lagen die Demokraten bis zum kürzlichen Tod eines Mitglieds mit einem Sitz vorn. 136 Millionen Bürger sind zur Kongresswahl aufgerufen. Es wird eine geringere Wahlbeteiligung als vor zwei Jahren erwartet, als es auch um einen neuen Präsidenten ging.

Nach einer letzten von der "New York Times" veröffentlichten Prognose hielten es Experten für wahrscheinlich, dass die Republikaner ihre Mehrheit im Abgeordnetenhaus noch ausbauen können. Im Senat wurde weder eine erneute knappe Mehrheit für die Demokraten noch eine Verschiebung zu Gunsten der Republikaner ausgeschlossen. Im Abgeordnetenhaus galten kurz vor der Wahl etwa 40 Zweikämpfe als unentschieden, im Senat waren es sechs. Gewählt werden in 36 der 50 Bundesstaaten auch die Gouverneure und staatliche Parlamente. Darüber hinaus gibt es Volksentscheide zu verschiedenen Themen.

Spitzenpolitiker der Republikaner und Demokraten hatten in einem rasanten Wahlkampfendspurt versucht, gefährdeten Kandidaten kurz vor dem Urnengang den Rücken zu stärken. So besuchte Präsident George W. Bush in einer "Wirbelwind-Tour" innerhalb von vier Tagen 15 Staaten, darunter Florida, wo sein jüngerer Bruder Jeb Bush sich bei der Gouverneurswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Demokraten Bill McBride liefert. Zum Abschluss am Montag reiste Bush nach Missouri, Iowa, Arkansas und dann ins heimische Texas, wo er auch wählen gehen wollte. Begleitet wurde er von seiner Frau Laura, die am Montag ihren 56. Geburtstag feierte.

In der Vergangenheit hat bei den so genannten Zwischenwahlen jeweils zwei Jahre nach der Präsidentenwahl fast immer die Partei gewonnen, die nicht das Weiße Haus besetzt. Insgesamt stehen am Dienstag alle 435 Abgeordneten-Sitze zur Disposition. Hier haben die Republikaner zur Zeit 223 Mandate, die Demokraten 208. Daneben gibt es einen Unabhängigen und drei unbesetzte Plätze. Im Senat werden 34 der 100 Mitglieder neu gewählt.

Die Demokraten hatten in dieser Kammer bis zum kürzlichen Unfalltod des Senators Paul Wellstone aus Minnesota 50 Sitze und zudem die Unterstützung eines Unabhängigen, während auf die Republikaner 49 Mandate entfielen. Am Montag ernannte Minnesotas Gouverneur Jesse Ventura den Unabhängigen Dean Barkley zum Übergangssenator: Er wird Wellstones Platz bis zum Zusammentreten des neu gewählten Senats im Januar einnehmen. Damit verfügen Demokraten und Republikaner zur Zeit über je 49 Senatssitze.

Die Wahl des künftigen Senators in Minnesota gilt als eine der Schlüssel-Entscheidungen am Dienstag. An der Stelle von Wellstone bewirbt sich der ehemalige Vizepräsident Walter Mondale für die Demokratische Partei um den Senatssitz. Er lag in Meinungsumfragen gleichauf mit dem republikanischen Gegenspieler Norm Coleman.

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