Für den Preis von Optionen und Optionsscheinen sind viele Faktoren maßgebend
Derivate werden vielfach unterschätzt

Im Prinzip stellen Optionen ein Nullsummenspiel dar - die eine Seite gewinnt, während die andere Seite verliert. Dennoch ist die Bedeutung dieser modernen Finanzinstrumente nicht nur auf diese reinen Spekulations-Aspekte zu reduzieren. Die Funktion der Finanzmärkte und in ganz besonderem Maße auch der bekannten Derivate wie Optionen und Futures ist grundsätzlich darin zu sehen, finanzwirtschaftliche Transaktionen effizient zu gestalten.

FRANKFURT/M. Dazu zählen Investitionen und Finanzierungen, aber auch Prozesse der Absicherung bestehender Risiken. Die ökonomische Bedeutung von Optionen ist daher vor allem unter drei Aspekten zu sehen: in der optimalen Allokation von Finanzmitteln und Kursrisiken. Optionen ermöglichen dies darüber hinaus zu vergleichsweise günstigen Transaktionskosten. Zudem erhöhen Optionen grundsätzlich die Liquidität der Finanzmärkte. Somit verbessern sich die Chancen für eine effiziente und faire Kursfindung. Daher leisten Optionen einen durchaus produktiven Beitrag zur Entwicklung von Finanzmärkten und Volkswirtschaften. Der Preis von Optionen - und zwar sowohl von Calls (Kaufoptionen) als auch von Puts (Verkaufsoptionen) - wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dies sind im einzelnen:

Der Preis des Basiswertes (wie zum Beispiel der Kurs einer Aktie).

Der zwischen Optionskäufer und Optionsverkäufer vereinbarte Basispreis.

Die Volatilität (Ausmaß der Kursschwankungen) des der Option zu Grunde liegenden Basiswertes.

Die Laufzeit der Optionen.

Der risikofreie Zins.

Im Hinblick auf den Preis eines Basiswertes (Aktie) erhöht sich der Wert eines Calls bei steigendem Preis des Basiswertes (z.B. des Kurses der dem Optionskontrakt zu Grunde liegenden Aktie), während der Wert eines Puts in diesem Fall fällt.

Weist eine Option einen niedrigen Basispreis (auch "Strike Price" genannt) auf, so liegen die Preise für einen Call in diesem Fall auf hohem Niveau. Beim Put ist es umgekehrt: Hier liegen die Preise nicht bei einem niedrigen Basispreis, sondern bei einem hohen Basispreis auf hohem Niveau.

Im Hinblick auf die Volatilität - also des mit einer bestimmten Formel berechneten Ausmaßes von Kursfluktuationen einer Aktie - gilt, dass Optionen für den Anleger in dem Fall keinerlei Reiz ausüben, wenn die Volatilität bei null liegt. Verändert sich der Kurs einer Aktie nicht, besteht für den Anleger rein theoretisch auch keinerlei Notwendigkeit zum Einsatz einer Option. Dies weder zum Zwecke der Spekulation auf steigende oder sinkende Kurse, noch zur Absicherung, da in dieser Aktie ja keine Kursrisiken bestehen. Schwankt eine Aktie stark, so wirken sich die beiden Grundideen der Option vorteilhaft aus: zum einen der Gedanke der Risikoabsicherung und zum anderen der Gedanke der Spekulation auf Kursveränderungen. Grundsätzlich gilt, dass eine Option auf eine stark schwankende Aktie einen höheren Wert aufweist als eine Option auf eine nur gering schwankende Aktie. Diese Aussage gilt sowohl für Calls als auch für Puts.

Preis wird von der Laufzeit beeinflusst

Der Preis einer Option wird auch von der Laufzeit beeinflusst. Optionen mit kürzerer Laufzeit weisen einen niedrigeren Wert als Optionen mit längerer Laufzeit auf. Dies liegt darin begründet, dass eine länger laufende Option - und zwar sowohl ein Call als auch ein Put - eine höhere Wahrscheinlichkeit auf Kursbewegungen der zu Grunde liegenden Aktie aufweist als eine kürzer laufende Option.

Vereinfacht dargestellt ist der Kauf eines Calls als eine in manchen Börsenphasen durchaus sinnvoll erscheinende Alternative zum direkten Kauf einer Aktie gesehen werden. Durch den Kauf eines Calls wird der größte Teil der Aktien-Investition auf den Verfallstag der Option verschoben. Der Anleger muss also heute nur Kapital für den Erwerb des Calls aufwenden, während der tatsächliche Erwerb der Aktie zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt. Mit anderen Worten: Der Verkäufer eines Calls finanziert während der Laufzeit der Option praktisch die vom Käufer optierte Aktie.

Würde der Verkäufer des Calls seine Aktien verkaufen, könnte er den Ertrag zinsbringend anlegen. Der Call-Käufer hat die Chance, das für den Aktienkauf später benötigte Kapital zinsbringend anzulegen. Je höher der Kapitalmarktzins ist, desto größer sind die Einkünfte für den Call-Käufer. Dies wird durch den Optionspreis reflektiert, da dieser mit dem Zins steigt und fällt.

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