Für Edeka ist die Sache erledigt
Daimler Chrysler lehnt smart-Verkauf im Supermarkt ab

Der Autokonzern Daimler Chrysler will nicht, dass sein zweisitziges Minimobil smart im Supermarkt verkauft wird.

dpa-AFX STUTTGART/HAMBURG. Der Deutschland-Vertrieb von Daimler Chrysler lehnte das Angebot eines hessischen Unternehmers ab, 15 000 smart über die Läden der Einzelhandelskette Edeka anzubieten. "Wir haben auch unseren smart-Händlern geschrieben, dass sie keine Fahrzeuge liefern dürfen, weil dies den Vertrag zwischen uns und den Händlern verletzt", sagte Vertriebssprecher Udo Sürig am Montag in Berlin. Für Edeka sei die Aktion damit "gestorben", sagte ein Sprecher in Hamburg.

Sürig bestätigte, dass der der hessische Kaufmann Jochen Graf an Daimler Chrysler herangetreten sei. Laut Nachrichtenmagazin "Focus" wollte er einen smart für knapp 21 000 DM anbieten. Dazu sollte es ein Bonus-Paket im Wert von 7 000 DM geben, das sich unter anderem aus einem Laptop, Handy, einem Radio und Hotelübernachtungen zusammensetzte. Graf wolle nun notfalls das Citycoupe aus Italien oder Holland importieren, hieß es in dem Bericht. Der Edeka-Sprecher meinte, für sein Unternehmen sei die Sache in jedem Fall erledigt. Man habe die smart-Aktion nur unter der Bedingung starten wollen, dass Daimler Chrysler einverstanden sei.

Vertriebssprecher Sürig wies darauf hin, dass man ein selektives exklusives Vertriebssystem für Personenwagen von Mercedes-Benz oder smart habe. Dies erlaube die in Brüssel umstrittene Gruppenfreistellungsverordnung (GVO), die noch bis zum Jahr 2002 gelte. Es gebe in Deutschland 40 smart-Center, und die Zahl solle ausgeweitet werden. Der Sprecher machte zugleich deutlich, dass man den smart nicht zu Dumping-Preisen im Supermarkt stehen sehen wolle. "Das haben wir nicht nötig", sagte er unter Hinweis auf die guten Verkaufszahlen des lange umstrittenen Kleinstwagen.

Smart konnte im ersten Halbjahr die Absatzzahlen in Deutschland mit 22 300 Fahrzeugen um 46 % und in Europa mit 51 700 Stück um 81 % erhöhen. In diesem Jahr sollen über 100 000 smart verkauft werden. Ab dem Jahr 2003 wird die smart-Familie um einen Roadster und im Jahr darauf um einen zusammen mit dem japanischen Autobauer Mitsubishi entwickelten viersitzigen smart erweitert.

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