Für konservative Investoren nur bedingt geeignet
Medienfonds sind nur etwas für erfahrene Anleger

Die Medienbranche liegt am Boden. Schon seit mehr als zwei Jahren hoffen Vermarkter und Anleger auf eine Belebung bei den Anzeigenerlösen. Das spiegelt auch die Entwicklung von Medienfonds wider. Die oft jungen Produkte brachten den Käufern in der Regel ein sattes Minus ein. Doch wer jetzt auf eine Belebung der Branche setzt und von der möglichen Konjunkturerholung profitieren will, ist gut beraten, sich mit der angebotenen Fondpalette kritisch auseinander zu setzen.

DÜSSELDORF. "Bevor sich Anleger für einen Medienfonds entscheiden, sollten sie ausführlich den Verkaufsprospekt studieren", sagt Frank Bock vom Bundesverband Deutscher Investment- und Vermögensverwaltungsgesellschaften (BVI). Der Grund: Zahlreiche Fonds, die Medien im Namen tragen, beinhalten auch große Positionen aus anderen Branchen. "Der Übergang von Medien zum Telekom-Bereich verläuft fließend", sagt Bock. Zum Vergleich: Während der dit-Medienfonds beispielsweise die US-Medienkonzerne Viacom, AOL Time Warner und die französische Vivendi Universal als aktuell größte Positionen im Portfolio führt, enthält der fast namensgleiche dit-Multimedia-Fonds Aktien von Microsoft, Intel und der US-Telefongesellschaft SBC Communications als stärkste gewichtete Werte.

Beide Fonds werden von Stephan Eger gemanagt, allerdings mit unterschiedlichen Anlagezielen. Er sieht für den Mediensektor auf Sicht von zwölf Monaten die besseren Perspektiven: "Ich bin vor allem für den Fernseh- und Radio-Bereich optimistisch. In Amerika haben wir bereits im ersten Quartal ein Anziehen der Umsätze gesehen. Setzt sich die Erholung der Weltwirtschaft fort, dann profitieren Medientitel als erste", sagt Eger.

Noch immer erzielten Medienunternehmen allein 50 % ihrer Einnahmen aus Werbung. Sobald die Konjunktur anziehe, zahle sich das für die Gesellschaften unmittelbar aus. In Teilen des Technologiesektors hingegen gebe es noch erhebliche Überkapazitäten. "Das Tief im Mediensektor haben wir in den letzten beiden Quartalen des vergangenen Jahres gesehen", sagt Eger.

"Branchenfonds beinhalten von ihrer Konzeption ein sehr enges Anlagespektrum", sagt BVI-Experte Bock. Bei reinen Medienfonds sei der Handlungsspielraum für den Fondsmanager zudem weit eingeschränkt. "Wenn die Branche nicht gut läuft, gibt es kein Ausweichen auf andere Sparten", erklärt Bock. Er empfiehlt daher, Medienfonds lediglich als "I-Tüpfelchen" und somit zur Beimischung im Depot einzusetzen. Medienfonds kämen besonders für erfahrene Anleger in Frage. Für konservative Investoren eigneten sie sich nur bedingt.

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