Für kontrollierte Einwanderung
Wirtschaftselite: Einwanderung eignet sich nicht als Wahlkampfthema

Eine klare Mehrheit der deutschen Topmanager ist dagegen, das Thema Einwanderung zu einem Schwerpunkt im kommenden Bundestagswahlkampf zu machen. 58 % der Führungskräfte der deutschen Wirtschaft halten es für verfehlt, Fragen der Einwanderung nach Deutschland im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 zu thematisieren, ergab die repräsentative Befragung im Rahmen des Handelsblatt Business-Monitors (Freitagausgabe).

Fast ohne Ausnahme sind sich die Top-Manager der Wirtschaft darin einig (92 %), dass von der Bundesregierung gesetzliche Möglichkeiten bzw. Regelungen für eine kontrollierte Einwanderung nach Deutschland geschaffen werden sollten, nur 8 % sprechen sich dagegen aus. Damit hat sich die deutliche Mehrheit unter den Entscheidern für eine kontrollierte Einwanderung, wie sie der Business-Monitor bereits im April dieses Jahres mit 79 % ermittelt hatte, deutlich verstärkt.

Etwas mehr abgerückt sind in diesem Zeitraum die Top-Manager von der Forderung, im Rahmen einer Zuwanderungsregelung sollten Quoten für bestimmte Berufsgruppen bzw. berufliche Qualifikationen vorgesehen werden. Die Mehrheit hierfür, die im April 2000 noch fast zwei Drittel (63 %) betrug, ist mit 55 % weit knapper geworden. 44 % im November gegenüber 36 % im April wollen von solchen Quoten absehen.

Ein Daueraufenthaltsrecht in Deutschland sollten Einwanderer nur dann erhalten, wenn sie die deutsche Sprache beherrschen - dies verlangen drei Viertel der Topmanager (75 %); nach Meinung des anderen Viertels (24 %) sollte die Sprachbeherrschung keine Rolle bei der Gewährung von Aufenthaltsrechten spielen.

Im Auftrag des Handelsblatts führt das Psephos-Institut für Wahlforschung und Sozialwissenschaft Befragungen eines repräsentativen Panels von Führungskräften der Wirtschaft in Deutschland durch. Diese werden - mit Ausnahme der Sommerpause - monatlich durchgeführt. Im Rahmen des Business-Monitors im November wurden vom Psephos-Telefonstudio, Hamburg, 811 Führungskräfte in der Zeit vom 30. Oktober bis 10. November 2000 mit einem standardisierten Fragebogen befragt. Auf Grund der Stichprobenanlage ist die Befragung repräsentativ.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%