"Für mich ist das Projekt ver.di nicht mehr machbar“
Herbert Mai gibt ÖTV-Vorsitz ab

Der 53-Jährige zog damit die Konsequenz aus seiner Schlappe bei der Abstimmung über die geplante Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Dienstag.

dpa LEIPZIG. ÖTV-Chef Herbert Mai gibt den Vorsitz der zweitgrößten deutschen Einzelgewerkschaft nach gut fünfeinhalb Jahren ab. Vor den Delegierten des 14. Bundeskongresses der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) sagte Mai am Mittwoch, er stehe für eine erneute Kandidatur nicht zu Verfügung. Der 53-Jährige zog damit die Konsequenz aus seiner Schlappe bei der Abstimmung über die geplante Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Dienstag. Die ÖTV-Spitze sucht derzeit nach einem Nachfolger für Mai.

Mai sagte, er habe sich in den vergangenen drei Jahren dafür stark gemacht, die geplante Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft in der ÖTV mehrheitsfähig zu machen. Es sei ihm bis jetzt aber nicht gelungen, ausreichende Mehrheiten für ver.di zu bekommen. Das Votum vom Vortag sei eine demokratische Entscheidung, die akzeptiert werden müsse. Forderungen nach Nachverhandlungen mit den Fusionspartnern halte er für unrealistisch und nicht mit seiner Glaubwürdigkeit vereinbar. "Für mich ist das Projekt ver.di nicht mehr machbar", sagte Mai.

Der ÖTV-Kongress hatte am Dienstag nur mit gut 65 % für die erreichten Kompromisse bei den Fusionsgesprächen für ver.di gestimmt. Die Abstimmung galt als wichitge Vorentscheidung für den angestrebten Zusammenschluss der ÖTV mit der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherung (HBV), der Deutschen Postgewerkschaft (DPG), der IG Medien und der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG). Für die Fusion muss sich die ÖTV im März 2001 auflösen. Dazu braucht sie aber 80 % der Delegiertenstimmen.

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