Für Mobilcom gebe es wenig Hoffnung, schrieb "Les Echos"
Paris plant Rekord-Kapitalspritze für France Télécom

Nach Bankeninformationen liefen die Verhandlungen mit den Banken über frisches Kapital für den angeschlagenen Telekomgiganten am Donnerstag auf Hochtouren.

HB/dpa PARIS. Presseberichten zufolge wurde eine Kapitalerhöhung in Höhe von 15 Milliarden Euro erwogen, bei der sich der Staat für neun Milliarden Euro verbürgen müsste. Unterdessen wird ein Ausstieg von France Télécom aus dem deutschen Mobilfunkanbieter Mobilcom immer wahrscheinlicher. Diese brisanten Entscheidungen stünden auf der Verwaltungsratssitzung von France Télécom am Donnerstagabend in Paris an.

Nach Informationen der Pariser Wirtschaftszeitung "Les Echos" (Donnerstagausgabe) hat der französische Staat, der mit 55 Prozent an France Télécom beteiligt ist, sich vor der Sitzung noch nicht endgültig festgelegt. Der Staat, dem selbst das Geld fehle, versuche noch eine andere Lösung als die einer immensen Kapitalerhöhung zu finden. So werde auch die Ausgabe staatlich garantierter Obligationen erwogen. Nach Berichten der "Financial Times" und des "Wall Street Journal Europe" ist eine Kapitalaufstockung am wahrscheinlichsten. Neben dem Staat hätten sich sieben Banken bereit erklärt, die Emission zu zeichnen. Geplant sei, den Aktionären für je fünf oder sechs Aktien eine neue anzubieten.

France-Télécom-Chef Michel Bon hatte sich bislang strikt gegen eine Kapitalerhöhung ausgesprochen. Nach Spekulationen über seine Ablösung hieß es am Donnerstag in der französischen Presse, Bon könnte sich noch für eine kurze Übergangszeit an der Spitze halten. Die Tageszeitung "Le Monde" berichtete, dass Thomson Multimedia-Chef Thierry Breton sich bereit erklärt habe, Bons Nachfolge zu werden.

Für Mobilcom gebe es wenig Hoffnung, schrieb "Les Echos". Für das deutsche Unternehmen werde keine wirtschaftliche Zukunft gesehen. Laut "Wall Street Journal Europe" rechnet die französische Regierung damit, dass eine Trennung von Mobilcom billiger für France Télécom billiger komme als die Finanzierung fortzusetzen. Ohne die Unterstützung der Franzosen muss Mobilcom nach eigenen Angaben Insolvenz anmelden. France Télécom hält 28,5 Prozent an dem Büdelsdorfer Unternehmen. Bon hat sich monatelang heftige Auseinandersetzungen mit Mobilcom-Gründer und-Großaktionär Gerhard Schmid geliefert.

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